Sonntag, 29. November 2015

Vegan Italian Style - Attila Hildmann

Zwar lebe ich nicht vegan, aber ich versuche doch, meinen täglichen Konsum an tierischen Nahrungsmitteln möglichst gering zu halten, und wenn unsere Tochter (Vegetarierin) zu Besuch kommt, koche ich sowieso vegetarisch oder vegan. Da die ganze Familie leidenschaftlich gerne italienisch isst, war ich auf das neue Kochbuch von Attila Hildmann natürlich doppelt gespannt.

Das Buch beginnt mit einer Einführung zu den wichtigsten Zutaten und Kräutern der italienischen Küche und mit detaillierten Erklärungen, wie man Pasta richtig kocht oder zum perfekten Pizzateig.
Alles ist sehr anschaulich dargestellt und mit tollen Fotos ergänzt.
Der Rezeptteil gliedert sich gemäß der italienischen Menüfolge:
  • Antipasti und Brot
  • Salate
  • Nudelgerichte
  • Pizza
  • Hauptgang und
  • Desserts.
Zu jedem Gericht gibt es auch ein Foto, und beim Durchblättern des Buches läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen. Die Vielfalt hat mich zum Staunen gebracht, und es ist toll, was man alles aus rein pflanzlichen Zutaten zaubern kann. Besonders schwierig ist dies sicher beim Hauptgang umzusetzen, denn obwohl in der italienischen Küche viel mit frischem Gemüse und Obst gearbeitet wird, so gibt es doch als Hauptgericht meist Fleisch. Der Autor musste sich hier doch einiges einfallen lassen, um eine zufriedenstellende „Secondi Piatti“ zu kreieren, aber auch das ist ihm sehr gut gelungen. Da gibt es eben dann Seitanschnitzel, Polentaecken, Tofu in Kapern-Tomatensoße oder Auberginenauflauf, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Dass Pizza auch ohne Käse schmeckt, vielleicht sogar besser als mit der dicken Käsepampe, die man normalerweise darauf findet, zeigen die enthaltenen Vorschläge sehr gut. Attila Hildmann hat einen Pizzabäcker in der Nähe von Florenz besucht und dessen Wissen über den perfekten Pizzateig mit in seine Rezepte einfließen lassen. Dabei haben seine veganen Kreationen so überzeugt, dass Alfredo künftig auch immer einige vegane Pizzen auf seine Speisekarte setzen möchte, wenn das kein Kompliment ist!
Auch bei den Desserts konnte ich viel Interessantes und Neues entdecken, denn hier wird Eis nicht mit Sahne und Ei gemacht, sondern mit Cashewmus. Bei Panna Cotta und Tiramisu kommt Sojasahne zum Einsatz, und Panforte, das leckere toskanische Gewürzgebäck, darf in einem italienisch-veganen Kochbuch sowieso nicht fehlen, denn hier muss nur der normalerweise verwendete Honig durch Reissirup ersetzt werden.

Sehr gut gefällt mir an diesem veganen Kochbuch, dass weitgehend natürliche Zutaten verwendet werden, die einfach zu bekommen sind. Lediglich bei Seitan, Sojasahne oder Tofu greift auch Attila Hildmann zu höher verarbeiteten Lebensmitteln. Die Devise in der italienischen Küche: „Mut zur Einfachheit“ deckt sich mit den Vorstellungen des Autors von guter, genussvoller veganer Küche. Einfache Zubereitung mit möglichst hochwertigen und frischen Zutaten sind der Schlüssel zu wohlschmeckenden und gesunden Gerichten. Dann kann von Verzicht absolut keine Rede mehr sein!
So ganz nebenbei, im Plauderton, verrät Hildmann dann auch noch das eine oder andere Küchengeheimnis, beispielsweise wie man sich eine Butter-Ersatz aus Olivenöl machen kann. Viele Rezepte sind zudem mit ergänzenden, sehr interessanten Tipps versehen.
Ein alphabetisches Register am Ende des Buches macht das Auffinden der Lieblingsrezepte leicht.
Alles in allem ist dies ein sehr gelungenes Buch, nicht nur für „eingefleischte“ Veganer, sondern für jeden, der die italienische Küche liebt und der aus diversen Gründen seinen Fleischkonsum reduzieren oder immer mehr auf tierische Zutaten verzichten möchte. Hier bekommt man kompetente Ratschläge, die sich erstaunlich einfach umsetzen lassen und die auch wirklich schmecken.
Dabei ist dieses Buch alles andere als dogmatisch oder belehrend, sondern es vermittelt Lebensfreude pur und italienisches Flair.


Zum Schluss noch mein persönlicher Favorit: Ich liebe Bruschetta, kannte sie aber bisher nur mit Tomaten. Nach Attila Hildmanns Vorschlägen gibt es künftig auch immer eine Variante mit Pilzen, denn die ist so lecker und dabei super einfach! Leider habe ich für meinen Versuch „nur“ Champignons im Geschäft gefunden. Die im Rezept angegebenen Pfifferlinge hätte ich nur aus der Dose bekommen, und da waren dann doch die frischen Champignons die bessere Wahl. Aber bei nächster Gelegenheit werde ich Bruschetta auch mit anderen Pilz-Sorten ausprobieren.


Montag, 23. November 2015

Cookies! Rezepte für ofenfrische Glücksmomente

Cookies stehen im Moment ganz oben auf der Favoritenliste meiner ganzen Familie, denn sie sind schnell und einfach zubereitet, und man kann immer ein paar davon im Vorrat haben, wenn beispielsweise unverhoffte Gäste zum Kaffee oder Tee vorbeikommen.
Ein Kuchen oder eine Torte sind oft einfach zu viel, aber ein Cookie zum Kaffee geht eigentlich immer. 

Manuel Grossmann und Max Finne haben ihre eigene Cookie-Manufaktur gegründet. In ihrem Onlineshop "Knusperreich" bieten sie Cookies in Hülle und Fülle zum Versand an, alle aus besten Bio-Zutaten, in dekorative Dosen verpackt und sofort nach dem Backen verschickt. Es gibt viele Sorten zu probieren, und man kann sich auch seine "Wunsch-Dose" mit verschiedenen Cookies zusammenstellen. Für diejenigen, die selbst gerne backen, haben die beiden Firmeninhaber auch ein Backbuch geschrieben, in dem sie 30 tolle Cookies-Rezepte zusammengestellt haben.
Das kleine Buch hat gleich eine praktische Silikonform dabei, so dass nun endlich alle Cookies schön gleichmäßig werden. Das hatte mich bisher immer gestört, dass manche Cookies beim Backen so unregelmäßig verlaufen sind, aber dieses Problem gehört nun der Vergangenheit an.


Alle Rezepte ergeben 16 Cookies, während die Backform für 8 Cookies ausgelegt ist. Also backt man eben zwei Durchgänge hintereinander. Manchmal mache ich auch 8 große Cookies in der Form und teile die andere Teighälfte in kleinere Portionen, denn ab und zu sind kleine Cookies auch gut, besonders wenn man mehrere verschiedene Sorten haben möchte. Notfalls bietet es sich aber auch an, ein Rezept einfach zu halbieren.

Das Buch ist übersichtlich gestaltet und die Rezepte sind in drei große Kapitel unterteilt. Nach einer allgemeinen Einleitung schließen sich die Abschnitte "Frühling und Sommer", "Herbst und Winter" sowie "Besonders fein!" an. Ich finde es sehr praktisch, die Rezepte übersichtlich nach Jahreszeiten geordnet vorzufinden, und im dritten Kapitel haben die Autoren dann Cookies mit besonderen Zutaten und Kombinationen zusammengetragen.
Da findet man im Kapitel "Frühling und Sommer" so leckere Zusammenstellungen wie "Orange-Ricotta-Cookies", "Schoko-Himbeer-Cookies" oder "Passionsfrucht-Mango-Cookies". Der Abschnitt für Herbst und Winter hat ebenfalls tolle Kombinationen zu bieten, da entdeckt man "Chai-Espresso-Cookies", "Nougat-Cookies" oder "Pflaume-Dinkel-Cookies". 
Unter der Überschrift "Besonders fein" kann man interessante Kreationen, wie "Erdnussbuttercookies", "Popcorn-Cookies" oder "Matcha-Aprikose-Cookies" entdecken. Sogar ein pikantes Rezept für "Salzige Käse-Cookies" findet man hier, so dass man auch mal zum Gläschen Wein die passenden Cookies servieren kann. Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut und fast immer mit verführerischen Fotos ergänzt. Es gibt zu jedem Rezept ergänzende Tipps und Bemerkungen, so dass man auch viele Variationsmöglichkeiten hat. Auch ein Rezept für "Klassiker" ist vorhanden, und bald wird man seine eigenen Cookies zusammenstellen oder vorhandene Rezepte abändern bzw. ergänzen.


Mein bisheriger Favorit sind die "Amaretto-Mandel-Cookies", die besonders lecker und aromatisch zusammen mit einem Gläschen Mandellikör schmecken.
Die Backform aus Silikon ist unkompliziert, leicht zu reinigen und mit guten Backeigenschaften. Ich bin begeistert von diesem schönen Set, denn viele Zutaten für Cookies hat man oft schon im Haus, so dass man mit diesem Buch und der dazu gehörigen Form gleich loslegen kann. Ich finde die Idee, ein Backbuch mit der passenden Form anzubieten, immer wieder toll.

Dieses Buch wurde mir kostenfrei und unverbindlich zur Rezension überlassen. Vielen Dank dafür an den Südwest-Verlag