Donnerstag, 15. Oktober 2015

Bayerisch al dente - Alfons Schuhbeck


Alfons Schuhbeck: Meine Küche mit italienischem Biss

Die bayerische und die italienische Küche sind ja eigentlich sehr unterschiedlich, sowohl von der Zubereitung her als auch von den Zutaten, aber wenn diese beiden eine Liaison eingehen und das unter der Obhut von Alfons Schuhbeck, dann kommt etwas Besonderes, "Gschmackiges" dabei heraus.

Die neue Fernsehsendung meines bayerischen Lieblingskochs heißt 
"Bayerisch al dente", und hier geht es um das Begleitbuch zur Sendung.
Alfons Schuhbeck zeigt hier zum Teil sehr außergewöhnliche, interessante Verbindungen. Da gibt es mal keinen "Strammen Max", sondern einen "Strammen Massimo", und der ist schon ein kleines kulinarisches Kunstwerk, denn Schuhbecks Kreation ist nicht einfach eine Scheibe Brot mit Schinken und Spiegelei, sondern sein "Strammer Massimo" hat eine feine Brätfüllung mit Steinpilzen zwischen zwei Brotscheiben, und das ganze wird mit gebratenem Gemüse und einem feinen Kräuter-Joghurt-Dip angerichtet. Da treffen sich bayerische Senfgurken und Perlzwiebeln mit grünen Spargelspitzen und mediterranen Zucchini in gelb und grün, gekrönt von einem zierlichen Wachtelei.

Weitere Vorspeisen, die ich schon auf meine To-Do-Liste gesetzt habe, sind "Obazda 'O sole mio' mit Grissini und Radieserlsalat", welcher nicht nur mit Camembert, sondern hier ganz italienisch mit Gorgonzola zubereitet wird, oder "Bruschetta mit Leberwurst-Ricotta-Aufstrich", wo auch schwarze Oliven, Sardellenfilets und Kapern mit von der Partie sind.

Das Buch ist gemäß der Speisenfolge eines Menüs aufgebaut, und so kommen nach den Vorspeisen, Brotzeiten und Salaten im zweiten Kapitel die Suppen, kleinen Gerichte und Nudeln. 
Auch hier möchte ich einige Beispiele nennen, deren originelle Namen einem schon bei der Vorstellung das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Wie wäre es beispielsweise mal mit einem "Bohneneintopf 'Rosengarten' mit Wirsing und Salsicce", oder vielleicht eine kleine Kostprobe von "Ravioli 'Cosa Nostra' mit Blutwurst".

Weiter geht es mit dem nächsten Gang. Die Hauptgerichte sind in zwei große Kapitel eingeteilt, da ist einmal "Fisch und Meeresfrüchte", wo so klangvolle Namen wie "Forelle 'Azzuro' auf Kartoffelgemüse" oder "Zander 'Verdi' in Parmaschinken mit Kartoffel-Zitronen-Püree verlocken, und im Kapitel Fleisch und Geflügel zeigen Gerichte wie "Alt-Münchner Kalbsbrust mit Ciabatta-Tomaten-Füllung", wie genial sich die italienische mit der bayerischen Küche verbinden lässt.

Ich habe kürzlich die Kalbsleber "Gondoliere-Art" mit Garnelen und Graupenrisotto ausprobiert und war begeistert. Das Gericht wird aus richtig toll aufeinander abgestimmten Zutaten bereitet, deren Beschaffung gar nicht aufwändig war. Eigentlich hatte ich bis auf die Leber alles im Haus. 
Das einzige, was ich bedaure, ist, dass es in dem schönen und vielseitigen Kochbuch nicht zu jedem Rezept ein Foto gibt, denn ich schaue mir immer gerne schöne, neue und originelle Dekorationsvorschläge an. Daher musste ich improvisieren und habe es so angerichtet, wie im Rezept beschrieben. Schuhbecks Original konnte ich dann am vergangenen Sonntag betrachten, denn da hat er unter anderem die Kalbsleber in seiner Sendung vorgestellt.
Auf der Seite des Bayerischen Fernsehens findet man zu diesem Buch eine ganze Bildergalerie und immer auch einige Rezepte.


Wie heißt es so schön? "Süßes schließt den Magen", und bei einem richtig guten Menü darf natürlich das Dessert nicht fehlen. In diesem letzten Kapitel gibt es noch einmal Verführung pur, denn den "Bayerischen Creme-Törtchen 'Capri'" kann man wohl nicht lange widerstehen, so schön sehen die aus. Sicher lohnt es sich auch, einen "Kaiserschmarren 'Julius Cäsar' mit Pfirsich und Granatapfel" zu probieren. Ein wenig skeptisch bin ich noch beim "Weißbieramisu mit Ingwer", das kann ich mir momentan so gar nicht vorstellen. Aber ich bin mir sicher, dass ich es bald ausprobieren werde, denn es lässt mir keine Ruhe, und ich will unbedingt wissen, wie das schmeckt. 

Am Schluss dieses 121 Seiten starken Kochbuches findet man ein alphabetisches Register und kann sich in der Übersicht die illustren Namen noch einmal quasi auf der Zunge zergehen lassen.
Alles in allem ist Schuhbecks neues Buch, ebenso wie die dazu gehörige Sendung, sehr gelungen und inspirierend, und ich werde sicher noch viele der leckeren Rezepte mit den lustigen und originellen Namen ausprobieren.

Dieses Buch wurde mir  kostenfrei und unverbindlich zur Rezension überlassen, vielen Dank dafür an den ZS-Verlag.



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