Mittwoch, 28. Oktober 2015

A Tavola! - Christian Henze


Ich liebe die italienische Küche, und mit dieser Begeisterung bin ich ganz sicher nicht allein. Auch Christian Henze mag sie sehr, und das zeigt er ausgiebig in seinem neuen Kochbuch „A Tavola!“

Hier praktiziert er die echte Cucina Italiana für zu Hause. Mit seinen vielfältigen Rezepten kann man sich südliches Flair und viele italienische Genussmomente ins eigene Heim holen, und es geht ganz leicht, wie die Anregungen und Rezepte beweisen.
Das 175 Seiten starke Buch im Format 25,5 x 21,5 cm ist in sieben große Kapitel aufgeteilt, das wären:
Antipasti, Pasta, Pizza, Gemüse, Fisch, Fleischgerichte und Dessert. Auch das Register am Ende des Buches ist so aufgeteilt, und innerhalb eines Kapitels sind hier die Rezepte alphabetisch geordnet. Ich finde diese Ordnung sehr übersichtlich, und da alle Rezeptbezeichnungen auf eine Seite passen, findet man sehr schnell das Gewünschte.
Das Buch ist reich bebildert, denn es gibt nicht nur zu jedem einzelnen Gericht ein aufschlussreiches Foto, sondern dazwischen findet man auch einige stimmungsvolle Aufnahmen, die italienische Lebensart vermitteln. Schon das Durchblättern macht richtig Lust auf Kochen und Genießen.
Es gibt viele traditionelle Rezepte, die in einem italienischen Kochbuch einfach nicht fehlen dürfen. So erfährt man im Kapitel „Vorspeisen“, wie man eine richtig leckere Tomatensuppe zubereitet.  

Spaghetti al Ragú habe ich gleich ausprobiert, und der Aufwand, die Nudelsoße zwei Stunden köcheln zu lassen hat sich gelohnt, denn das Ergebnis war ausgesprochen lecker. Bisher habe ich diese Nudelsoße auch noch nie mit Steinpilzen zubereitet, wie es hier im Rezept von Christian Henze angegeben ist. Der erste Versuch hat mich aber gleich überzeugt, und ich werde dieses Gericht nun immer mit den aromatischen Pilzen zubereiten.



In Sachen „Pizza“ hat der Koch viele tolle Anregungen, und besonders seine „Gourmet-Pizza hoch 2“ klingt sehr interessant. Die Idee, den meist „ungeliebten“, weil trockenen Pizzarand separat mit einem Dip zu servieren, ist geradezu genial. Aber auch weitere Varianten, wie die „Weiße Lachspizza mit Mascarpone“ oder die „Kartoffelpizza mit Thunfisch“ klingen sehr schmackhaft.
Auch das Kapitel „Gemüse“ hat viel Leckeres zu bieten. Hier stehen beispielsweise die „Gorgonzola-Gnocci mit Kopfsalat-Creme“ ganz oben auf meinem Kochplan. Auch die Balsamicolinsen möchte ich unbedingt bald ausprobieren.

Bereits nachgekocht und für sehr gut befunden habe ich das „Omelett mit gebratenem Fenchel und Feigen“. Ich muss gestehen, auf die Kombination Fenchel und Feigen wäre ich nie gekommen. So war ich anfangs ein wenig skeptisch, aber auch neugierig. Und das Ergebnis ist so lecker; es hat mich absolut begeistert. Dieses Gericht wird es sicher häufiger bei uns geben, gerade jetzt, wo überall in den Geschäften frische Feigen angeboten werden.





Auch in den Kapiteln über Fisch und Fleisch habe ich schon einiges gefunden, was ich ganz sicher probieren werde, angefangen von „Ofenlachs Siciliana mit Pilzen“ über „Gegrillte Scampi mit Limoncello-Mayonnaise“ bis hin zum „geschmorten Barolohähnchen“ und den „Salsicciaspießen mit Speck und Kräutern“.
Die verführerischen Fotos lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die süße Krönung eines italienischen Essens ist natürlich das Dessert. Hier warten so verführerische Leckereien wie „Panna cotta mit Lavendel und Pistazien“ oder „Schokoladenkuchen mit Amarettosahne“ darauf, entdeckt zu werden. Da für mich ein kleiner italienischer Kaffee nach dem Essen unverzichtbar ist, habe ich im „Geeisten Espresso mit Milchschaum“ meinen persönlichen Dolce-Favoriten gefunden.

Fazit: Dies ist ein Kochbuch, das Spaß und Appetit macht. Alle Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, waren leicht durchführbar und sehr gelungen. Auf die Angaben im Buch kann man sich verlassen, und alle erklärten Arbeitsschritte sind gut beschrieben und nachvollziehbar. Egal ob für eine große Runde oder für den kleinen Familienkreis, hier findet man für jede Gelegenheit die passenden Anregungen, um einfach und schnell die echte Cucina Italiana ins eigene Heim zu holen.


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Bayerisch al dente - Alfons Schuhbeck


Alfons Schuhbeck: Meine Küche mit italienischem Biss

Die bayerische und die italienische Küche sind ja eigentlich sehr unterschiedlich, sowohl von der Zubereitung her als auch von den Zutaten, aber wenn diese beiden eine Liaison eingehen und das unter der Obhut von Alfons Schuhbeck, dann kommt etwas Besonderes, "Gschmackiges" dabei heraus.

Die neue Fernsehsendung meines bayerischen Lieblingskochs heißt 
"Bayerisch al dente", und hier geht es um das Begleitbuch zur Sendung.
Alfons Schuhbeck zeigt hier zum Teil sehr außergewöhnliche, interessante Verbindungen. Da gibt es mal keinen "Strammen Max", sondern einen "Strammen Massimo", und der ist schon ein kleines kulinarisches Kunstwerk, denn Schuhbecks Kreation ist nicht einfach eine Scheibe Brot mit Schinken und Spiegelei, sondern sein "Strammer Massimo" hat eine feine Brätfüllung mit Steinpilzen zwischen zwei Brotscheiben, und das ganze wird mit gebratenem Gemüse und einem feinen Kräuter-Joghurt-Dip angerichtet. Da treffen sich bayerische Senfgurken und Perlzwiebeln mit grünen Spargelspitzen und mediterranen Zucchini in gelb und grün, gekrönt von einem zierlichen Wachtelei.

Weitere Vorspeisen, die ich schon auf meine To-Do-Liste gesetzt habe, sind "Obazda 'O sole mio' mit Grissini und Radieserlsalat", welcher nicht nur mit Camembert, sondern hier ganz italienisch mit Gorgonzola zubereitet wird, oder "Bruschetta mit Leberwurst-Ricotta-Aufstrich", wo auch schwarze Oliven, Sardellenfilets und Kapern mit von der Partie sind.

Das Buch ist gemäß der Speisenfolge eines Menüs aufgebaut, und so kommen nach den Vorspeisen, Brotzeiten und Salaten im zweiten Kapitel die Suppen, kleinen Gerichte und Nudeln. 
Auch hier möchte ich einige Beispiele nennen, deren originelle Namen einem schon bei der Vorstellung das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Wie wäre es beispielsweise mal mit einem "Bohneneintopf 'Rosengarten' mit Wirsing und Salsicce", oder vielleicht eine kleine Kostprobe von "Ravioli 'Cosa Nostra' mit Blutwurst".

Weiter geht es mit dem nächsten Gang. Die Hauptgerichte sind in zwei große Kapitel eingeteilt, da ist einmal "Fisch und Meeresfrüchte", wo so klangvolle Namen wie "Forelle 'Azzuro' auf Kartoffelgemüse" oder "Zander 'Verdi' in Parmaschinken mit Kartoffel-Zitronen-Püree verlocken, und im Kapitel Fleisch und Geflügel zeigen Gerichte wie "Alt-Münchner Kalbsbrust mit Ciabatta-Tomaten-Füllung", wie genial sich die italienische mit der bayerischen Küche verbinden lässt.

Ich habe kürzlich die Kalbsleber "Gondoliere-Art" mit Garnelen und Graupenrisotto ausprobiert und war begeistert. Das Gericht wird aus richtig toll aufeinander abgestimmten Zutaten bereitet, deren Beschaffung gar nicht aufwändig war. Eigentlich hatte ich bis auf die Leber alles im Haus. 
Das einzige, was ich bedaure, ist, dass es in dem schönen und vielseitigen Kochbuch nicht zu jedem Rezept ein Foto gibt, denn ich schaue mir immer gerne schöne, neue und originelle Dekorationsvorschläge an. Daher musste ich improvisieren und habe es so angerichtet, wie im Rezept beschrieben. Schuhbecks Original konnte ich dann am vergangenen Sonntag betrachten, denn da hat er unter anderem die Kalbsleber in seiner Sendung vorgestellt.
Auf der Seite des Bayerischen Fernsehens findet man zu diesem Buch eine ganze Bildergalerie und immer auch einige Rezepte.


Wie heißt es so schön? "Süßes schließt den Magen", und bei einem richtig guten Menü darf natürlich das Dessert nicht fehlen. In diesem letzten Kapitel gibt es noch einmal Verführung pur, denn den "Bayerischen Creme-Törtchen 'Capri'" kann man wohl nicht lange widerstehen, so schön sehen die aus. Sicher lohnt es sich auch, einen "Kaiserschmarren 'Julius Cäsar' mit Pfirsich und Granatapfel" zu probieren. Ein wenig skeptisch bin ich noch beim "Weißbieramisu mit Ingwer", das kann ich mir momentan so gar nicht vorstellen. Aber ich bin mir sicher, dass ich es bald ausprobieren werde, denn es lässt mir keine Ruhe, und ich will unbedingt wissen, wie das schmeckt. 

Am Schluss dieses 121 Seiten starken Kochbuches findet man ein alphabetisches Register und kann sich in der Übersicht die illustren Namen noch einmal quasi auf der Zunge zergehen lassen.
Alles in allem ist Schuhbecks neues Buch, ebenso wie die dazu gehörige Sendung, sehr gelungen und inspirierend, und ich werde sicher noch viele der leckeren Rezepte mit den lustigen und originellen Namen ausprobieren.

Dieses Buch wurde mir  kostenfrei und unverbindlich zur Rezension überlassen, vielen Dank dafür an den ZS-Verlag.