Montag, 22. Juni 2015

Mein Blaubeersommer – Rezepte zum Verlieben

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Vor ca. einem Jahr habe ich den Roman “Der Sommer der Blaubeeren” von Mary Simses gelesen und rezensiert. Zum Buch gab es eine Aktion des Verlags, indem die Leser gebeten wurden, ihre liebsten Rezepte mit Blaubeeren einzuschicken. Viele sind dieser Bitte nachgekommen, und aus all diesen vielfältigen Rezepten wurde nun ein Koch- und Backbuch.

Die aromatischen kleinen Beeren haben eine Hauptrolle darin bekommen, denn jedes der enthaltenen Rezepte enthält Blaubeeren bzw. Heidelbeeren, wie sie ja auch genannt werden. Da ich ein großer Blaubeer-Fan bin, hat mich diese Rezeptsammlung gleich angesprochen, und ich habe gerne einige der Rezepte ausprobiert.

Aber erst einmal möchte ich ein wenig näher auf die Gestaltung des Buches eingehen. Zum Einstieg erfährt man viel Wissenswertes über die Beeren und ihre Verwendung, denn sie sind nicht nur unglaublich lecker, sondern können als Hausmittel bei diversen gesundheitlichen Beschwerden genutzt werden. Die vitaminreichen Früchte sind für vieles gut und verdienen eine sorgfältige Behandlung. Nach dieser interessanten Informationsseite geht es gleich ans Praktische.

Auf 76 Seiten werden 33 Rezepte präsentiert, die alle zum Nachkochen bzw. Nachbacken einladen, denn sie sind wunderschön mit vielen Farbfotos in Szene gesetzt. Schon beim Betrachten kann man nicht widerstehen, denn es läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Es ist faszinierend, wie vielseitig die kleinen Beeren sind, denn man findet nicht nur viele tolle Kuchen und Torten, Kaltschalen, Desserts und süße Aufläufe im Buch, sondern es gibt auch einiges für den herzhaften Beerenhunger zu entdecken. Neben Salatrezepten wären da auch ein delikates Blaubeer-Chutney und eine Blaubeermarinade für Grillfleisch zu nennen. Den großen Anteil nehmen jedoch die süßen Gerichte ein. Da gibt es sowohl einfache Rezepte, die schnell umgesetzt sind, wie beispielsweise die Blaubeer-Pfannkuchen oder die Kaltschale, aber auch etwas aufwändigere Leckereien, wie  die Vielschichtentorte oder eine Blaubeer-Käsesahne mit Lavendel, sind zu entdecken. Auch kann man Eis selber machen und in Form von kleinen Gugelhupfen oder Sandwich auf den Tisch bringen. Liebhaber fruchtig-spritziger Sommergetränke kommen mit den Rezepten für Cocktails oder Smoothies auf ihre Kosten. Jetzt ist gerade die beste Beerenzeit, und ich konnte der Verlockung nicht widersehen, einige der Rezepte gleich auszuprobieren.

Als Einstieg in meinen persönlichen Blaubeersommer habe ich den Käsekuchen mit Rum gewählt.  Das Ergebnis war lecker, süß-aromatisch und unglaublich saftig. Ich habe mich genau nach der angegebenen Backzeit gerichtet, werde beim nächsten Mal aber ungefähr für das letzte Drittel der Zeit die Oberfläche abdecken, damit der Kuchen etwas heller bleibt, was einfach schöner aussieht.

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Die “Blitztorte Heidelbeerparadies” ist super schnell und einfach gemacht und schmeckt wirklich paradiesisch lecker. Man kann diese schnelle Torte mit frischen oder mit Beeren aus dem Glas zubereiten. Auf dem Foto im Buch wurden Beeren aus dem Glas verwendet, ich habe die Variante mit frischen Früchten ausprobiert. Sowohl optisch als auch geschmacklich hat man hier zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse. Mit frischen Beeren war die Torte sehr lecker, und ich bin gespannt auf die andere Variante, die ich demnächst unbedingt ebenfalls ausprobieren möchte. Die ganze Familie war begeistert, und das Rezept ist sofort in die persönliche Hitliste meiner zehn Lieblingskuchen bzw. –torten aufgestiegen.

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Das dritte Rezept im Bunde ist für mich die Amaretto-Mascarponecreme. Sie ist super schnell zubereitet und schmeckt toll. Mit wenig Aufwand kann man hier auch für eine größere Tischrunde ein attraktives und wohlschmeckendes Dessert zubereiten.

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Damit ist mein persönlicher Blaubeersommer noch lange nicht zu Ende, denn die dunklen Beeren locken momentan überall auf den Märkten. Ich werde auf jeden Fall demnächst eine Blaubeermarmelade kochen, denn das ist der liebste Fruchtaufstrich meiner Familie. Sehr interessant klingt hier auch der Schokoladen-Blaubeeraufstrich, den ich auf jeden Fall ausprobieren möchte. Meine bisherigen Ergebnisse haben mich überzeugt,und ich greife sicher auch in Zukunft immer wieder gerne zu dem schönen Kochbuch mit Rezepten rund um meine Lieblingsbeeren.

5sterne

Freitag, 5. Juni 2015

Natürlich schön und ausgeglichen – Stacey Dugliss-Wesselmann

Produkte für Kosmetik und Wellness sollten für mich so natürlich wie möglich sein. Da ich vor Jahren schon ein paar sehr unangenehme Erfahrungen mit konventioneller Kosmetik gemacht habe, weil ich manche Inhaltsstoffe nicht vertragen habe, achte ich sehr auf die INCI-Listen und greife idealerweise zu Naturkosmetik. Wenn ich ein Produkt nicht so kaufen kann, wie ich es mir wünsche, mache ich es mir auch schon mal gerne selbst.
Daher kam mir das im Frühling erschienene Buch “Natürlich schön und ausgeglichen” gerade recht, da ich immer gerne mal etwas Neues ausprobiere. Das Buch enthält über 100 Rezepte und ist für mich eine wahre Fundgrube.

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Im ersten Teil des Buches vermittelt die Autorin jede Menge an theoretischem Grundwissen zur Herstellung von Salben und Cremes, zu den Inhaltsstoffen und zur Grundausstattung. Es gibt ausführliche Listen zu allen möglichen Themen, über die man vorab Bescheid wissen sollte, beispielsweise wird auch auf schädliche Inhaltsstoffe aufmerksam gemacht und erklärt, wieso man sie meiden sollte.

Eine einzige kritische Anmerkung habe ich bezüglich der Zutatenlisten: Die Autorin empfiehlt nämlich in einigen ihrer Rezepte die Verwendung von Borax. Ich kenne dieses Pulver noch von meinen Großeltern, bei denen eine Dose davon immer im Badezimmerschrank zu finden war. Damals wurde es vielfach zur Körperpflege und im Haushalt verwendet. Auch in älteren Büchern über Naturkosmetik ist noch öfter von diesem Stoff die Rede. Aber Borax ist in der letzten Zeit ziemlich in die Kritik geraten und darf in Deutschland gar nicht mehr an Privathaushalte verkauft werden. Umso mehr wundert mich, dass es hier im Buch noch Verwendung findet. Aber glücklicherweise gibt es im Anhang eine Liste mit alternativen Vorschlägen, wenn man den einen oder anderen Rohstoff austauschen möchte, und es ist hier eben auch wie bei allen Ratgebern, man sollte immer kritisch bleiben und sich intensiv mit der Materie befassen, dann kann man für sich selbst entscheiden, was man annehmen und was man lieber weglassen möchte.

Ätherische Öle oder auch Kräuter (frisch oder getrocknet) können einerseits wunderbare Zusätze für selbst gemachte Cremes oder Lotionen sein, aber sie entfalten ihren Nutzen auch oft schon nur durch ihren Duft und können gut in der Aromalampe eingesetzt werden. Auch hierfür erhält man in diesem Buch reichlich Tipps für die Verwendung. Aber auch Ratschläge, was man lieber meiden bzw. was man bei Kindern oder in der Schwangerschaft nicht verwenden sollte, sind jeweils bei den entsprechenden Kapiteln übersichtlich dargestellt.
Umfangreich und ausführlich ist auch das Kapitel über pflanzliche Öle oder Fette und ihre Wirkung sowie Einsatzmöglichkeiten. Es schließen sich Erklärungen zu sonstigen Inhaltsstoffen und zur Konservierung an. Auch warnende Hinweise zur sicheren Verwendung und zum Umgang mit den diversen Inhaltsstoffen gibt es hier, denn auch Naturprodukte können allergische Reaktionen auslösen, darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man sich ans Selbstrühren macht.
Anschließend wird gezeigt, welche Grundausstattung man an Gerätschaften und Behältern benötigt, und dann geht es bereits zu den grundlegenden Herstellungsverfahren. Reichlich bebildert werden Kräuteraufgüsse, Tinkturen und Salben erklärt, aber nicht nur Produkte für die Schönheitspflege, sondern auch Kräuterhonig und Sirup werden hier gezeigt.

Im zweiten Teil findet man eine Vielfalt an Rezepten, die sich eigentlich alle einfach nacharbeiten lassen und oft mit nur wenigen und leicht erhältlichen Zutaten auskommen. Um die richtige Auswahl an Rohstoffen für sich treffen zu können, sollte man aber auch etwas über die eigene Haut und ihre Bedürfnisse wissen. Bevor man sich eine Creme selbst rührt, muss man zuerst einmal seinen Hauttyp bestimmen. Auch dazu gibt es einen Leitfaden im Buch, der durch allgemeine Hinweise ergänzt wird, was man sonst noch für eine schöne und gesunde Haut tun kann. Es sind oft ganz einfache aber wirkungsvolle Maßnahmen, und viele Hilfsmittel dafür findet man direkt in der eigenen Küche. Das A und O der Hautpflege ist die richtige Reinigung. Darum widmet die Autorin einen umfangreichen Abschnitt diesem ersten Pflegeschritt und den benötigten Reinigungslotionen, Peelings, Tonics und anderen Produkten. Auch auf problematische Fälle, beispielsweise die Behandlung von Akne und Mitessern oder der Umgang mit Neurodermitis oder geschädigter Haut, werden angesprochen. Dazu kommt auch die Schönheitspflege von innen, denn nicht nur äußerliche Einwirkungen beeinflussen das Hautbild. Kleine Wehwehchen können das Allgemeinbefinden sehr beeinträchtigen, und so ist es hilfreich, eine Auswahl an Mischungen für Kräutertees und Tinkturen im Buch vorzufinden, beispielsweise ein “Anti-Stress-Tee”, ein “Gute-Nacht-Tee” oder eine “Schönheits-Tinktur”, die alle zum Wohlbefinden beitragen.
Ob Salben, Packungen oder Kompressen, ob Dampfinhalation, entspannende Badezusätze oder Massageöl, für alles ist ein Kraut gewachsen und die Herstellung wird sehr detailliert und mit vielen Fotos erklärt. Sogar eigener Hustensirup oder Halsbonbons lassen sich hier nach den Rezepten ganz unkompliziert nacharbeiten. Aber auch die Körper- und Haarpflege kommen nicht zu kurz, und sogar an die Haushaltsreinigung wurde gedacht, denn es finden sich hier auch ein paar Anleitungen für Teppichdeo, Fliegenabwehr und vieles mehr.
Abschließend gibt es noch Empfehlungen für die vier Jahreszeiten, wo Rezepte vorgestellt werden, die man mit Früchten aus saisonaler Ernte oder vom Wochenmarkt ausführen kann.
Übersichten mit Begriffserklärungen, alternativen Zutaten und Dosierungsanleitungen runden das schöne Buch gelungen ab.

Anschließend möchte ich euch meine ersten Rühr-Ergebnisse natürlich nicht vorenthalten.
Einen Kokos-Körperbalsam habe ich gerührt, der nur aus pflanzlichen Ölen und Fetten besteht und daher sehr reichlich pflegt und ganz ohne Konservierung auskommt, da er keine Wasserphase enthält. Das enthaltene Kokosöl duftet, zusammen mit ätherischem Orangenöl und etwas Ingwer, sehr lecker, und der Balsam fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an. Damit werden auch raue Hautstellen, wie Ellenbogen, Schienbeine oder Fersen, wieder schön zart und weich.
Das Creme-Deodorant habe ich in Stiftform gegossen, und es lässt sich auf diese Weise praktisch und einfach anwenden. Es wirkt hervorragend, und was mir besonders wichtig ist, es ist sehr gut verträglich. Ich habe oft sogar bei Naturkosmetik-Deos meine Probleme, besonders wenn sie Alkohol enthalten. Dieses hier vertrage ich wunderbar und werde es mir sicher immer wieder rühren. 
Selbstgerührtes
Das Lavendel-Aloe-Spray ist ein wundervolles Körperspray, das die Haut befeuchtet und auch kühlt. Im Sommer stelle ich den Flacon gerne in den Kühlschrank, und das Spray ist eine wahre Wohltat und besonders nach dem Aufenthalt in der Sonne zu empfehlen, da es die Haut sehr schön beruhigt. Ein weiteres Highlight unter den Rezepten ist für mich das Trockenshampoo. Mit nur wenig Aufwand ist es schnell gemischt und hilft, die Haarwäsche auch mal einen Tag hinauszuzögern oder die Frisur zwischendurch aufzufrischen, wenn’s mal schnell gehen muss. Im Gegensatz zu vielen käuflichen Trockenshampoos, die meist auch noch in einer Spraydose mit Treibgas angeboten werden, lässt sich dieses viel feiner dosieren und auftragen, und es hinterlässt keinen Grauschleier auf dem Haar, was ich besonders toll finde.
Auch für meine “innere Pflege” habe ich schon gesorgt und mir den Entspannungstee aus dem Jahreszeiten-Kapitel zubereitet. Es gäbe noch so viel über das Buch zu erzählen, und es gibt noch so viele Rezepte, die ich ausprobieren möchte! Ich kann diesen umfangreichen und vielfältigen Ratgeber sehr empfehlen.