Donnerstag, 6. November 2014

Unsere Friaul Rezepte – Gisela Hopfmüller, Franz Hlavac


SAM_2701
Wie das Vorwort dieses Buches verrät, hat das Autorenehepaar Gisela Hopfmüller und Franz Hlavac vor einigen Jahren das Friaul zu seiner Wahlheimat erkoren.Schon bald nach dem Bezug ihres Hauses in Varmo fingen die Autoren an, sich intensiv mit dem Friaul und seiner Küche zu beschäftigen. Es ist nicht ihr erstes Friaulbuch, denn schon vorher sind zwei Bücher über diesen Landstrich, die Menschen, die Traditionen und die Küche dort erschienen, doch während es sich bei den ersten beiden Bänden eher um Reise-Ratgeber, Fotobände, Landschafts- und Kulturbeschreibungen sowie Einkaufsratgeber handelt, ist dies hier ein reines Kochbuch.
Das Autorenpaar hat eine große Auswahl an Rezepten zusammengetragen, teils von Restaurants oder Trattorien, teils aus friulanischen Privathaushalten, ergänzt durch Ideen aus der eigenen Küche. Alle Gerichte im Buch wurden den vier Jahreszeiten zugeordnet, denn die Küche des Friauls konzentriert sich auf regionale und saisonale Zutaten. Zu jedem der gezeigten Gerichte gibt es auch gleich die passende Weinempfehlung.

Beim ersten Durchblättern ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der Rezepte sehr einfach ist und mit wenigen Zutaten auskommt. Das ist typisch für die Küche der Region, denn diese ist sehr ursprünglich und puristisch, dabei gehaltvoll und vielfältig und trotz einer gewissen Üppigkeit auch gesund.

Bereits beim ersten Betrachten der Fotos habe ich eine ganze Reihe Markierungen bei den Rezepten angebracht, die ich unbedingt ausprobieren möchte. Besonders die Gemüsezubereitungen und die Fischgerichte haben es mir angetan, denn das sind die Themen, die ich besonders mit Italien verbinde. Indem ich italienisch koche, kann ich mir einen Hauch von Süden in meine eigene Küche holen und von sonnigen Urlaubstagen träumen. Als Inspiration dazu sind die im Buch gezeigten Bilder der Fotografin Mayda Mason bestens geeignet.

Zuerst habe ich ein Gericht ausprobiert, das sehr schnell und einfach zubereitet ist und das wundervoll schmeckt. Die benötigten Zutaten hatte ich alle im Haus, so dass ich gleich loslegen konnte.
Obwohl die Zucchininudeln im Buch stellvertretend für den Sommer stehen, hat uns dieses Pastagericht auch im Herbst sehr gut geschmeckt, und es ist gleich auf meine Liste der Rezepte gerutscht, die ich zu Rate ziehe, wenn es schnell gehen muss, denn auch dann braucht man auf Genuss nicht zu verzichten. 
SAM_2699

Typisch italienisch sind für mich auch die flachen, dabei aber ziemlich gehaltvollen Kuchen, die nicht nur bei der Kaffeetafel am Nachmittag in Erscheinung treten, sondern auch häufig, in Kombination mit einem kräftigen Espresso, als Dessert serviert werden. Daher habe ich mich spontan für einen herbstlichen Haselnusskuchen entschieden. Auch für ihn benötigt man nur wenige Zutaten, und er ist sehr schnell zubereitet. Er schmeckt richtig gut aromatisch nach Nüssen und ist innen noch schön saftig.

SAM_2695

SAM_2696

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch für mich, denn ich habe ein Problem mit der Beschaffung einiger Zutaten. Was man im Friaul sicher leicht beziehen kann, ist in meiner Region leider nicht zu kriegen. In Großstädten tut man sich damit sicher leichter, aber ich habe keine Ahnung, woher ich Chicoréesprossen, Hopfensprossen, Stängelkohl oder Leimkraut nehmen sollte. Auch italienische Wurst, wie Cotechino oder Pitina, werde ich leider hier nirgends kaufen können.

Aber es sind ja noch genügend andere Rezepte im Buch, die künftig meinen Speiseplan bereichern. Ich freue mich auf verschiedene Varianten von Teigtaschen und Risotto, auf gefüllte Calamari und geschmorten Seeteufel, um nur einige der Leckereien zu nennen. Sicher werde ich auch die Grappakirschen ausprobieren, und ich würde nur allzu gerne den Nusslikör ansetzen. Hier werde ich jedoch wieder an meine Grenzen stoßen, denn dafür bräuchte ich grüne, unreife Walnüsse. Aber vielleicht  findet sich dafür ja eine Lösung, denn das Ergebnis sieht sehr verführerisch aus.
Insgesamt waren meine ersten Eindrücke zu diesem Kochbuch überzeugend, und es werden noch viele weitere friulanische Gerichte folgen, die ich nachkochen oder backen möchte.



Herzlichen Dank für die Überlassung eines Rezensionsexemplars an den Pichler Verlag und die Agentur Literaturtest.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen