Dienstag, 21. Oktober 2014

Schnelle Kekse–Angelika Kirchmaier

Backen für Eilige

Mit dem Herbst kommt die Zeit, wo man wieder mehr Zeit drinnen verbringt. Was gibt es Schöneres, als in der Küche neue Leckereien auszuprobieren, und spätestens zum Martinstag sollen auch die ersten Plätzchen fertig sein, schon als Einstimmung auf die Adventszeit.
Aber eigentlich haben Kekse bei uns das ganze Jahr über Saison, nur eben dann ohne die weihnachtlichen Gewürze, und unterm Jahr soll es möglichst auch schnell gehen. Zu meinem geliebten Espresso mag ich immer eine süße Kleinigkeit, und so kam mir das Buch “Schnelle Kekse” natürlich gerade recht.

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Als ich dann noch entdeckt habe, dass dieses Buch von Angelika Kirchmaier ist, war ich besonders neugierig, denn von ihr hat mich schon im letzten Jahr “Brot backen für Eilige” begeistert. Wer die Autorin kennt, weiß ihr Konzept zu schätzen, denn sie legt nicht nur Wert auf Genuss und gutes Aussehen ihres Gebäcks, sondern achtet dabei auch immer auf möglichst gesunde und frische Zutaten.
Es lohnt sich, auch auf ihrer Website: Angelika Kirchmaier vorbeizuschauen, denn da stellt sie einige ihrer feinen Rezepte zur Verfügung.

Genuss und Gesundheit müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern können gut harmonieren, wie man an den neuen leckeren Keksrezepten sieht, die von Angelika Kirchmaier in diesem Buch gesammelt wurden.
Klar, auch diese Kekse sind süß, und man sollte auch hiervon lieber in kleinen Mengen genießen, denn auch Nüsse und Trockenfrüchte sind üppig. Aber Angelika Kirchmaiers schnelle Kekse sind nicht so süß und so fett wie herkömmliche Plätzchen und haben daneben noch viele gesunde Inhaltsstoffe zu bieten, denn auf die Qualität der Zutaten wird hier großer Wert gelegt.

Schon beim Durchblättern und Betrachten der Rezepte merkt man, dass die kleinen Gebäckteile zwar süß, aber nicht extrem klebrig sind. Die Zuckermenge ist bei den Rezepten weitaus geringer als man das von herkömmlichen Zutatenlisten kennt oder wird auch manchmal durch Honig ersetzt, und die Süße wird hier auch häufig durch Zugabe von Trockenfrüchten erreicht.
Eines haben die Kekse gemeinsam: sie gehen alle richtig schnell. Wie man mit wenig Aufwand tolle Ergebnisse erzielt, dazu gibt es reichlich Tipps.

Wer bisher der Meinung war, gesundes Gebäck würde langweilig aussehen, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Mir gefällt sehr gut, dass manchmal getrocknete Blütenblätter als Farbtupfer genutzt werden. Sparsam eingesetzte Zuckerherzchen oder Glasuren sehen gut aus, ohne dabei jedoch allzu sehr ins Gewicht zu fallen. Die liebevoll arrangierten Fotos zeigen, dass man auch gesunde Plätzchen vielfältig dekorieren kann, und durch eine gekonnte Verpackung werden sie noch zusätzlich aufgewertet. Mit Phantasie, etwas Tortenspitze und hübschen Behältern hat man auch schnell ein hübsches Geschenk geschaffen, das dem Empfänger sicher Freude bereiten wird.

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Ein Gebäck, das ich das ganze Jahr über sehr gerne esse und das für mich, besonders nach einem guten italienischen Essen, einfach dazu gehört, sind Cantucci. Die kleinen knusprigen Mandelschnitten findet man mittlerweile in den meisten gut sortierten Lebensmittelmärkten zu kaufen. Aber im vorliegenden Buch ist nicht nur ein Rezept enthalten, sondern es gibt mehrere Varianten der italienischen Spezialität. Ich habe mich spontan für die Orangen-Cantucci entschieden, und die Herstellung ist wirklich so einfach und schnell, dass ich künftig auf jeden Fall die selbst gebackene Variante bevorzugen werde, denn diese Kekse sind viel leckerer und aromatischer als alle Cantucci, die ich bisher gekauft hatte. Das Ergebnis hat mich wirklich begeistert, und ich werde natürlich auch die anderen Sorten demnächst ausprobieren. Es gibt im Buch noch Anregungen für Kaffee-Cantucci, Nuss-Cantucci und “Sünden-Cantucci”.

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Aber auch Kipferl, Häufchen, Busserl, Cookies, Streuselkekse und vieles mehr sind in reicher Auswahl vorhanden, immer mit vielen Tipps, wie man sie am besten in Form bringt und schön anrichtet.

Im Anhang findet man eine kleine Warenkunde, wo man Wichtiges und Interessantes über die benötigten Zutaten erfährt, außerdem eine Pannenhilfe, wenn mal etwas nicht auf Anhieb gelingt, dazu auch viele Ratschläge für besondere Ernährungsformen, beispielsweise für Veganer, Allergiker und Diabetiker. Trotz freiwilliger oder gezwungener Einschränkungen bei der Auswahl wird man in diesem Buch schnell fündig, denn die Rezepte sind jeweils deutlich gekennzeichnet, für wen sie geeignet sind.

Sehr gut und praktisch finde ich, dass sich im Anhang eine Liste mit den Nährwertangaben zu allen Rezepten anschließt. So hat man gleich den Überblick, wie es bei den einzelnen Keksen mit den Kalorien, dem Fettgehalt und den Broteinheiten  aussieht.

Da es in diesem Buch auch viele Sorten mit weihnachtlichen Gewürzen auszuprobieren gibt, wird es von mir natürlich verstärkt in den nächsten Wochen zu Rate gezogen, aber eben nicht nur in dieser Zeit, sondern es ist ein Begleiter durch alle Jahreszeiten und für sehr viele Gelegenheiten, für alle, die sich selbst oder anderen eine kleine, süße (aber nicht zu süße) Freude machen möchten.

Herzlichen Dank an Literaturtest und den Pichler Verlag, für die Überlassung eines Rezensionsexemplars.

Montag, 13. Oktober 2014

Italien vegetarisch – Claudio Del Principe (Hg.:Katharina Seiser)


SAM_2342Dieses wunderschön aufgemachte Buch wendet sich nicht nur an Vegetarier, sondern an alle, die gerne italienisch kochen und essen, dabei aber öfter mal auf Fleisch verzichten möchten. Da ich einerseits die italienische Küche sehr liebe und größtenteils vegetarisch koche, war dieses Konzept für mich natürlich gleich doppelt interessant. Sieht man sich in Lebensmittelgeschäften und Märkten die Regale an, stellt man fest, dass immer mehr vegetarische “Ersatzprodukte” angeboten werden, manche mehr, manche weniger sinnvoll in der Zusammenstellung, die meisten aber sehr teuer. Da schließe ich mich doch lieber der Aussage des Autors im Vorwort an, wo er empfiehlt, lieber italienisch zu kochen, statt zu exotischen Ersatzprodukten zu greifen. Die italienische Küche hat gerade bei den Gemüsegerichten eine große Vielfalt zu bieten, denn sie orientiert sich an alten Traditionen und verwendet zum Großteil Zutaten, die regional und saisonal gerade verfügbar sind. Italienische Gerichte können ländlich rustikal, aber auch jederzeit elegant und raffiniert daherkommen, wobei sich auch häufig alle diese Eigenschaften in einem Rezept vereinen. Vieles ist so einfach in der Zubereitung und erhält seine Raffinesse gerade durch die Verwendung natürlicher und sonnengereifter Zutaten aus der näheren Region. Auch wenn wir nicht in Italien leben, können wir uns den Genuss und die südländische Heiterkeit zumindest ansatzweise auf den heimischen Tisch holen. Mit diesem Kochbuch hat man hierzu einen idealen Begleiter.
Schon die Einteilung ist meines Erachtens sehr gelungen. Alle Rezepte sind nach den Jahreszeiten geordnet, dazu gibt es auch noch ein großes Kapitel, das mit “Jederzeit” überschrieben ist und Rezepte enthält, die das ganze Jahr über Saison haben. Hier findet man auch eine Menge an Basisrezepten, die man dann mit frischen Zutaten der jeweiligen Jahreszeit ergänzen und abändern kann.
In jedem dieser fünf großen Kapitel findet man jeweils einen Abschnitt für
  • Antipasti, Brot und Pizza
  • Suppen
  • Salate und Gemüse
  • Pasta, Polenta und Reis
  • sowie für Süßes.
Neben der Rezepte-Übersicht gleich am Anfang des Buches, wo alle Gerichte nach den oben erwähnten Punkten geordnet sind, findet man im Anhang ein Register, wo man die Rezepte nach Hauptzutaten aussuchen kann. Hier gibt es außerdem noch ein Glossar mit Erklärungen der wichtigsten Begriffe.
Die Rezepte sind größtenteils einfach nachzumachen und beschränken sich auf wenige, hochwertige Zutaten. Hält man sich an die Erläuterungen der Zubereitung und die empfohlenen Garzeiten, wird man ein wohlschmeckendes Ergebnis erhalten. Gerade die Qualität einer frisch gekochten Tomatensoße steht und fällt mit der Garzeit, denn sie will lange köcheln. Mit den tollen Basisrezepten und den ergänzenden Tipps gelingt auch ohne große Vorkenntnisse ein perfektes Risotto oder eine Polenta mit der idealen Konsistenz.
Die meisten Rezepte basieren auf dem Grundsatz “weniger ist mehr”. Die Zusammenstellung der Zutaten ist oft überraschend und bietet erstaunliche Geschmackserlebnisse (z.B. schmale Bandnudeln mit Artischocken und Erbsen oder Polenta mit Wirsing und Bohnen) Anhand der detaillierten Erklärungen, die ein gutes Ergebnis versprechen, kriegt man direkt Lust, einmal wieder frische Nudeln selbst zu machen. An den im Buch enthaltenen Pizzarezepten sieht man, dass es gar nicht vieler besonderer Zutaten bedarf, um ein schmackhaftes Gericht zu zaubern. Da reichen oft schon ein paar Tomaten und eine Kugel Mozzarella.
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Sehr lecker ist zum Beispiel dieses Zucchinigemüse in Tomatensoße. Die Empfehlung, das Gericht mit pochierten Eiern zu servieren, hat uns sehr gut geschmeckt und kommt nun häufiger in dieser Art auf den Tisch.
Nicht vergessen darf man auch die vielen Ideen für eingelegtes oder konserviertes Gemüse.
Schöne Vorschläge gibt es auch in den “süßen” Kapiteln. Wer es üppiger mag, wird sicher die süßen Krapfen mit Rosmarin und Anis ausprobieren, einen Mandel-Schoko-Kuchen oder weiche Amaretti backen. Aber manchmal reicht vielleicht auch etwas Leichtes zum Dessert, wie Kaffeeparfait, Zitronengranita oder gefüllte Pfirsiche. Es gibt auch eine Anleitung, wie man Limoncello selbst ansetzt. Da ich diesen Zitronenlikör liebe, werde ich das sicher einmal machen und mir mit dem Zitronenaroma hoffentlich einen Hauch von Sommer in die kalte Jahreszeit retten. Es gäbe noch so viel zum Buch zu erzählen, und die vielen Farbfotos zu den Rezepten machen Appetit auf mehr.
Die ergänzenden Ratschläge zu den Rezepten animieren dazu, selbst Neues auszuprobieren. Immer findet man auch Empfehlungen für Getränke, die besonders gut zu den Gerichten passen.
Eine sehr interessante Sache, die ich demnächst unbedingt ausprobieren möchte, ist der Ansatz und die Pflege von Mutterhefe, durch die man einen Teil der gekauften Hefe in den Brot- und Pizzarezepten ersetzen kann. Ich bin gespannt auf das Ergebnis und werde berichten, wie es geklappt hat.
Hier hat man einerseits ein vegetarisches, italienisches Grundkochbuch, zugleich aber auch eine Fülle von neuen Rezepten und Ideen.
Auch die äußere Aufmachung dieses Kochbuchs möchte ich nicht unerwähnt lassen. Das Konzept ist sowohl inhaltlich als auch von der Ausstattung her sehr gelungen, und der Leinenrücken des Einbands unterstreicht die Wertigkeit dieser Ausgabe. Es gibt auch drei Lesebändchen im Buch, sinnigerweise in den italienischen Farben gehalten.
Vielen Dank an
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für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit, die vielen schönen Rezepte auszuprobieren.