Freitag, 23. Mai 2014

Rund ums Mittelmeer - Die mediterrane Küche


Heute möchte ich euch das Kochbuch "Rund ums Mittelmeer" vorstellen, für mich eine der interessantesten Neuerscheinungen des Frühjahrs 2014 im Kochbuchbereich.

Auf 191 Seiten präsentieren Christoph Wagner und Franz Haslauer eine Fülle an bewährten aber auch neuen Rezepten aus dem gesamten Mittelmeerraum.
Mittelmeerküche ist aktuell, sehr beliebt und gesund, denn es werden hauptsächlich frische Zutaten der Saison verarbeitet. 
Den Einstieg machen die kleinen Häppchen. Da gibt es Antipasti aus Italien, Tapas aus Spanien und Mezes, wie die vielfältigen Vorspeisen hauptsächlich im orientalischen Raum genannt werden. Ob man nun gerne ofengetrocknete, eingelegte Tomaten mag oder eine Vorliebe für Kichererbsenpüree hat, ob man sich für Carpaccio entscheidet oder lieber kleine frittierte Sardellen genießt, die Möglichkeiten sind schon beim ersten Gang vielfältig und sehr lecker, und eigentlich könnte man sich schon satt essen, wüsste man nicht, da kommt noch mehr!
Weiter geht es im Buch mit einem ausführlichen Kapitel über Brote, Pizza & Co. 
Bruschetta kann man ebenfalls noch zu den Vorspeisen rechnen, aber für mich stellen die kleinen überbackenen Brote auch schon mal eine komplette Mahlzeit dar. Da man hier sehr viel variieren kann, ergeben sich immer neue Geschmacksvarianten. Neben Foccacia und Crostini findet man in diesem Kapitel ein klassisches Grundrezept für Pizzateig, ebenso wie eine selbst gemachte Tomaten-Grundsauce zum Bestreichen der Pizza. Besonders hat mich die Calzone interessiert, denn die habe ich bisher noch nie ausprobiert. Sie war das erste Gericht, das ich aus dem Buch nachgekocht habe. Allerdings habe ich die Füllung mit Tomatenwürfeln und frischem Basilikum gemacht und den Schinken weggelassen, da ich größtenteils vegetarisch koche. Das Ergebnis war sehr lecker, und durch das Garen im zusammengeklappten Teigfladen blieb der Inhalt ganz besonders saftig und aromatisch.

Natürlich darf in einem Kochbuch über mediterrane Küche auch die Pasta nicht fehlen.
Hier gibt es Nudeln reichlich, mit interessanten Soßen, manche traditionell, andere schon mal etwas ausgefallener. Zu meiner großen Freude habe ich auch ein Rezept für "Paglia e Fieno" (=Stroh und Heu) entdeckt, denn dieses Gericht, mit gelben und grünen Bandnudeln gemacht, habe ich in der Toskana leidenschaftlich gerne gegessen und kann es nun auch zuhause auf den Tisch bringen. 
Auch die interessanten Ravioli-Rezepte möchte ich unbedingt nach und nach ausprobieren, denn hier gibt es tolle Vorschläge für verschiedene Füllungen, und selbst gemachte Ravioli haben mit den matschigen Dingern aus der Dose absolut nichts mehr zu tun. 
Mit dem Kapitel über Reis und andere feine Körner bleiben wir weitgehend in Italien, denn hier ist die Heimat des lecker-saftigen Risotto. Spargelrisotto und Dinkelrisotto habe ich schon ausprobiert und für sehr schmackhaft befunden, aber auch das Tintenfischrisotto (Risotto Nero) und das Rotweinrisotto klingen außergewöhnlich und dabei sehr verführerisch. Damit noch lange nicht genug, warten noch weitere Vorschläge für Reisgerichte auf den Genießer. Polenta darf ebenfalls nicht fehlen, und es ist auch eine sehr ausführliche und reich bebilderte Anleitung für Paella vorhanden.
Als Zwischengang zu den Hauptgerichten kann man eine geeiste Joghurtsuppe mit Gurken auf den Tisch bringen oder etwas so Raffiniertes, wie weiße Tomatenschaumsuppe, servieren. Eine eigenständige und sättigende Mahlzeit bieten die "Ribollita", eine toskanische Gemüsesuppe oder auch eine griechische oder französische Fischsuppe, wobei wir schon beim nächsten Kapitel wären, das sich ausgiebig dem Thema "Fisch und andere Meerestiere" widmet. Ob gegrillt oder gedünstet, gebraten oder in der Salzkruste gegart, schon beim Betrachten der schönen und appetitlichen Fotos im Buch läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Wer sich lieber fleischlichen Genüssen hingibt, hat die Qual der Wahl, zwischen italienischem Rosmarin-Schweinebraten, Saltimbocca oder Ossobucco bis hin zu griechischer Moussaka oder türkischem Schisch Kebap.
Auch an die Vegetarier wurde gedacht, denn nun schließt sich ein Kapitel mit fleischlosen Beilagen und Hauptgerichten an. 
Die Rosmarinkartoffeln sind ein Gedicht, und es warten nun so feine Sachen, wie "Bohnen auf florentinische Art", "griechisches Kartoffelpüree", "geschmorte Babyartischocken" oder "Peperonata" darauf, ausprobiert zu werden.
Die Krönung eines guten Menüs ist natürlich das Dessert, und auch hier kann man aus einer Vielfalt an Vorschlägen wählen. 
Vielleicht möchte man nur einen Espresso mit einer Kleinigkeit dazu reichen, dann bietet es sich an, die Mandelkekse zu backen. Die stehen ganz oben auf meiner "To-do-Liste".
Wenn es ein wenig üppiger sein darf, kann man sich an dem slowenischen Strudel, mit viererlei Füllung, versuchen oder eine Limonentarte, Baklawa oder auch "Mousse au Chocolat" zubereiten. 
Es gibt so viele tolle Rezepte, dass ich hier nur eine kleine Auswahl erwähnen kann. Das Buch ist insgesamt sehr schön aufgemacht und mit reichlich appetitanregenden Fotos versehen.
Ein Glossar mit den wichtigsten Küchenausdrücken und ein alphabetisches Rezeptverzeichnis schließen sich an.
Mir gefällt an diesem Buch besonders die Mischung aus detailliert erklärten Grundrezepten der südlichen Küche und daneben den vielen exquisiten und etwas ausgefalleneren Kreationen. Man könnte sagen, in diesem Kochbuch vereinen sich Hausmannskost und Gourmetküche in sehr harmonischer Weise.
Besonders im Sommer kann man sich mit dieser großen Rezeptauswahl ein wenig südliches Flair zaubern und ein Stück Urlaub daheim genießen.


Herzlichen Dank an Literaturtest und den Pichler Verlag
für das Rezensionsexemplar




Kommentare:

  1. Das klingt wirklich gut! Aber ich muss gestehen, dass ich in der letzten Zeit fast nur noch im Netz nach Rezepten schaue, meine Kochbücher stehen unberührt im Schrank. Tintenfischrisotto...klingt super!

    Ganz viele herzliche Grüße!

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    1. Ich gestehe, dass ich auch häufig im Internet nach Rezepten suche, aber ab und zu finde ich es einfach schöner, ein Buch in Händen zu halten und schon vorab die Fotos toller Rezepte zu genießen. Ich versuche halt, ein gutes Mittelmaß zu finden, denn auf Dauer habe ich doch lieber Bücher im Regal, wo ich meine Lieblingsrezepte schnell finde, als immer meinen Stapel loser Zettel nach einem bestimmten Rezept durchzusuchen.

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