Freitag, 19. Dezember 2014

Anti-Stress Yoga / Petra Orzech

Weihnachten steht vor der Tür, und auch der Jahreswechsel ist nicht mehr weit. Den Beginn eines neuen Jahres nehmen viele Menschen zum Anlass, etwas in ihrem Leben zum Positiven zu verändern.
Für diesen Zweck ist die Kartenbox “Anti-Stress Yoga” von Petra Orzech bestens geeignet.

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Die Box ist aus stabiler Pappe und enthält insgesamt 74 Karten, davon 18 mit Rezepten und 56 mit Asanas in verschiedenen Schwierigkeitsstufen.
Die Kartenbox ist als Ergänzung zu Petra Orzechs Buch “Anti-Stress-Yoga” gedacht, kann aber auch gut für sich allein verwendet werden.

Mit Yogaübungen und der richtigen Ernährung kann man gegen den täglichen Stress und innere Unausgeglichenheit angehen, so schreibt die Autorin. Die Asanas sind zum Teil einfach auszuführen und jeweils sehr gut und ausführlich erklärt.Vieles davon lässt sich auch ohne Yoga-Erfahrung leicht umsetzen. Sehr schön für den Anfang eignen sich beispielsweise die “Achtsam-essen-Übung” oder die Atemlenkung oder die “Bienensummen-Atmung”. Diese Übungen haben etwas Meditatives; man kommt dabei zur Ruhe und kann schon nach wenigen Versuchen bzw. Ausführungen gute Erfolge erzielen.
Wie man die Box einsetzt, bleibt jedem Nutzer selbst überlassen. Man kann die Karten beispielsweise systematisch nacheinander nutzen und dabei die Übungen nach Schwierigkeitsgrad sortieren, oder man zieht täglich eine oder mehrere Karten und führt diese Asanas dann aus. Sicher spricht nichts dagegen, sich für den Anfang die liebsten Übungen, die einem besonders leicht fallen, herauszusuchen und sich eine Zeitlang darauf zu beschränken, bevor man sich an Schwieriges wagt.

Bei den Rezepten findet man ganz unterschiedliche Gerichte. Es sind viele vegetarische Rezepte dabei:
z. B. Blumenkohlsuppe mit Nussplätzchen, Tofubällchen auf Rahmchampignons, feuriges Gemüse mit roten Linsen und vieles mehr.
Auch 3 vegane Rezepte gibt es:
Nordafrikanische Tajine
Asiatischer Tofusalat und
Tofu-Gemüsepfanne aus dem Wok.
Aber es sind ebenso ein paar Gerichte mit Fleisch oder Fisch dabei:
z. B. Rindfleisch mit Austernpilzen und Zucchini,
Kichererbseneintopf mit Hähnchen oder
Lachsfilet mit fruchtigem Spinatsalat.
Und auch die süße “Seelennahrung” darf nicht fehlen:
beispielsweise Mirabellenclafoutis, Ricotta-Blaubeer-Krapfen oder Nashi-Birnen-Tiramisu.

Die Vielfalt hat mich überrascht, denn von Askese, womit man Yoga häufig verbindet, ist hier ganz und gar nichts zu spüren. Ich finde, diese kleine Box ist ein prima Einstieg und eine Möglichkeit, gute Vorsätze nicht nur zu fassen, sondern auch zu verwirklichen. Vielleicht sucht der eine oder andere noch eine kleine Geschenkidee, für eine gute Freundin oder einen anderen lieben Menschen. Da wäre die Box sicher auch prima geeignet, und natürlich darf man das eigene Wohlbefinden nicht vergessen, sondern kann sich selbst beschenken und mit der Box etwas Gutes tun.

Box und Buch sind im Systemed-Verlag erschienen und können dort auch direkt bezogen werden oder natürlich auch über den Buchhandel.

Montag, 15. Dezember 2014

Vorratsbibel / Ingrid Pernkopf, Willi Haider

Moderne Vorratshaltung und das Selbermachen von schönen Dingen in der Küche sind immer mehr im Vormarsch, und auch ich probiere vieles gerne aus. So war ich sehr neugierig, was mir die Vorratsbibel zu bieten hat.
Schon der erste Eindruck zu diesem Buch ist imposant, denn mit 1560 Gramm und über 380 Seiten im Großformat kommt ein richtiger Wälzer ins Haus und verspricht eine Menge an Möglichkeiten.
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Die äußere Gestaltung dieses Buches ist sehr hochwertig und ansprechend, denn die Buchdeckel sind nicht nur mit einem dekorativ glänzenden Einband versehen, sondern auch gepolstert. Mitgeliefert wird gleich ein Bogen nostalgischer Aufkleber, mit denen man seine Kreationen kennzeichnen und auch schmücken kann. SAM_2865
Das Vorsatzpapier ist mit attraktiven Fotos gestaltet, die gleich ein wenig verraten, worum es im Buch geht.
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Die Möglichkeiten, sich schöne Vorräte anzulegen und frische Zutaten zu leckeren Dingen zu verarbeiten, sind vielfältig, und wenn man die Vorratsbibel durchblättert, hat man den Eindruck, hier wird wirklich jedes Thema erschöpfend behandelt.
Es beginnt mit dem 1x1 der Vorratsküche. Hier erhält man erste Hinweise, welche Zutaten und Utensilien man für die kommenden Rezepte benötigt.
Das Buch ist durchgehend mit brillanten Farbfotos versehen, so dass man gleich einen guten optischen Eindruck gewinnt. Zwei Lesebändchen sind eine gute Hilfe, um Rezepte schnell wiederzufinden, die man gerade ausprobieren möchte.
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Und das wird in den verschiedenen Kapiteln geboten:
  • Marmeladen, Chutneys, Relishes (süß und herzhaft)
    Neben geläufigen Sorten, die jedoch auch immer in verschiedenen Varianten und mit originellen Ergänzungen beschrieben werden, findet man hier auch ausgefallene Kompositionen, beispielsweise Apfelstrudelmarmelade, Weihnachtsmarmelade, Radlergelee mit Ingwer oder Biergelee mit Himbeeren. Auch kaltgerührte Marmelade wird vorgestellt.
  • Säfte, Sirupe, Liköre und in Alkohol eingelegtesNeben mehreren Vorschlägen für Holundersirup findet man auch so außergewöhnliche Dinge wie Brennnesselsirup. Man kann nach den detaillierten Rezepten nicht nur Beerenlikör oder Eierlikör herstellen, sondern auch Salbeischnaps, Bierlikör und sogar Schwedenbitter, und man findet nicht nur traditionelle Rezepte für Rumtopf oder andere eingelegte Früchte, sondern kann sich sogar seine Glühweinessenz selbst herstellen.
  • Kompotte und Fruchtmuse
    Kompotte und Muse für viele Gelegenheiten werden in diesem Kapitel ergänzt durch Vorschläge, wie man Fruchtleder selber machen kann.
  • Aromatische Öle und EssigeEine reiche Auswahl an Rezepten für aromatische Öle sowie Gewürz-, Kräuter- und Fruchtessig wird ergänzt durch ausgefallene Spezialitäten wie Tannenwipfelessig oder Bärlauchknospen in Würzessig eingelegt.
  • Pikantes und süß-sauer EingelegtesAuch das Einlegen in Essig oder Salzlake ist mit den ausführlich dargestellten und zugleich einfach nachzumachenden Rezepten kein Problem.
  • Senf, Salatsoßen, Würzsoßen und –pastenSenf wollte ich schon immer mal gerne selber machen, und mit den Anleitungen im Buch werde ich das auch demnächst umsetzen.
    Selbst gemischtes und getrocknetes Suppenpulver ist eine tolle Sache, denn so weiß man genau, was drin ist, umgeht das leidige Thema “Geschmacksverstärker” und kann sich seine persönliche Lieblingsmischung zusammenstellen. Daneben wird auch eine weitere Variante erklärt, die ohne lange Trockenzeiten auskommt, weil das zerkleinerte Gemüse in Salz eingelegt wird. Das habe ich mir fest vorgenommen, demnächst auszuprobieren. Aber auch Salatsoßen, Würzpasten oder Pesto für jeden Geschmack sind hier zu finden.
  • Gewürz-, Salz- und Zuckermischungen, in Honig Eingelegtes
    Salz- und Zuckermischungen liebe ich sehr, weil man damit tolle Effekte beim Würzen erzielen kann. Sie sind schnell zu machen, und hier habe ich ganz neue Anregungen erhalten und sogar erfahren, wie man Orangeat (in Österreich Aranzini) selbst herstellen kann.
  • Backen im Einmachglas
    Kuchen im Einmachglas habe ich schon früher ausprobiert, aber nun habe ich endlich eine ausführliche Anleitung dazu, ergänzt durch praktische Geling-Tipps. Eine weitere Idee im Buch ist, nicht nur Kuchen, sondern auch Semmelknödel im Glas einzumachen. Das finde ich genial und sehr praktisch für die Vorratshaltung.
    Ergänzend findet man in diesem Kapitel einige Brotrezepte und Anregungen für süßes Festtagsgebäck, beispielsweise Allerheiligenstriezel oder Christstollen.
  • Herzhaftes zur Brotzeit: Buttermischungen, Schmalz und WürsteHier gibt es schmackhafte Buttermischungen, dazu Schmalz in mehreren Varianten, auch vegetarisches, und sogar wie man Wurst selber herstellt, kann man hier Schritt für Schritt erfahren.
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  • Trocknen und Dörren
    Für das Trocknen von Obst, Gemüse, Kräutern und Blüten gibt es verschiedene Möglichkeiten, die hier alle genau dargestellt und verglichen werden, und mit den hilfreichen Tipps ist man sicher, auch ein gutes Ergebnis zu erhalten.
  • TiefkühlenIm letzten Kapitel geht es um das Tiefkühlen, und auch hier kann man sich auf die kompetenten Ratschläge der Autorin verlassen.
  • AnhangKulinarischer Jahreszeitenkalender (mit Erntezeiten sowie Haupt- und Nebensaison verschiedener Obst- und Gemüsesorten)

    Österreichisch-deutsches Küchenlatein (kleine Übersetzung für alle, die nicht wissen, was man in Deutschland unter Germ versteht oder die nicht wissen, was sie sich unter der Gewichtseinheit “dag” vorstellen sollen.

    Rezeptregister
    Partner-Links
Die Vielfalt der im Buch enthaltenen Rezepte lässt keine Wünsche offen, und man bekommt richtig Lust, das eine oder andere in der Küche auszuprobieren. Viele der vorgestellten Leckereien eignen sich auch gut als kleines Mitbringsel oder Geschenk, denn Selbstgemachtes aus der eigenen Küche liegt voll im Trend, und das Gute daran ist, dass vieles sich wirklich schnell und einfach machen lässt.
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Nach ausgiebiger Durchsicht des Buches und einigem Ausprobieren bin ich begeistert und finde, dass “Die Vorratsbibel” ihrem Namen absolut gerecht wird.


Donnerstag, 20. November 2014

Lesekochbuch Bayreuth – Birgit Ringlein & Reiner Benker

Rezepte und Geschichten rund um den Gleeßtopf
Auch wenn es mich in Sachen Kochen und Backen häufig in die Ferne zieht und ich vor allem der Mittelmeerküche sehr zugetan bin, so gibt es doch immer wieder Zeiten in denen ich mich gerne auf traditionelle Gerichte meiner Heimat besinne. Gerade im Herbst, wo in vielen oberfränkischen Orten Kirchweih gefeiert wird, finde ich es besonders schön und heimelig, nach alten Rezepten meiner Großeltern zu kochen. Da geht es mir wie Birgit Ringlein und Reiner Benker, den Autoren des Lesekochbuchs Bayreuth, denn auch bei mir werden Kindheitserinnerungen wach, wenn Bratendüfte durch die Küche ziehen und das Wasser im “Gleeßtopf” kocht. Zur Erläuterung für alle Nicht-Oberfranken: “Gleeßtopf” ist der Topf, in dem die Klöße gekocht werden.
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Das eben erwähnte Lesekochbuch ist etwas ganz Besonderes. Zum einen gibt es mir die Möglichkeit, die traditionelle Küche Bayreuths mit meinen Hofer Rezepten zu vergleichen, denn in beiden Städten ist die oberfränkische Küche zuhause, es ist vieles ähnlich, aber man findet doch immer wieder regionale Unterschiede.
Die Gleeß (Klöße) werden in Bayreuth eigentlich genauso zubereitet, wie ich es kenne, vielleicht mit kleinen Abweichungen bei den Mengenangaben. So gab es kürzlich Klöße nach dem Bayreuther Rezept, und was soll ich sagen, es passt!
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Neugierig war ich auch auf die “Kerbassubbm” (Kürbissuppe), denn ich habe sie bisher ein klein wenig anders gemacht. Auch hier konnte mich das Ergebnis aus dem Bayreuther Lesekochbuch überzeugen, und ich werde demnächst öfter mal regional ein wenig “fremdgehen” Zwinkerndes Smiley
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Es gibt vieles, was ich ebenso zubereite, wie es die Autoren beschreiben, sei es die “Grießgleeßlasubbm” (Grießklößchensuppe), die “Pfannakungsubbm” (Pfannkuchensuppe oder Flädlesuppe), “Saura Zipfl” (saure Bratwürste aus dem Sud) oder “Sauerbrodn” (Sauerbraten), der auch bei uns mit “Reibkung” (Soßenkuchen) gemacht wird und einfach traumhaft schmeckt. Manche Gerichte kenne ich ähnlich, wie beispielsweise “Schnitzla” (Gemüsesuppe) ist ein Pendant zu unseren “Hofer Schnitz” (reichhaltiger Gemüseeintopf), die bei uns mit “Baggala” (Kartoffelpuffer) auf den Tisch kommen. Auch für diese Puffer gibt es ein Bayreuther Rezept, im Buch unter “Gabaggna Gleeß” zu finden.
Beim Blättern durch das schöne Buch kamen Erinnerungen hoch, und es wurden Sehnsüchte wach. Der “Kaapfm blau” (Karpfen blau) entspricht dem, was bei uns traditionell an Silvester früher gegessen wurde, und ein ähnliches Gericht, wie den “Wegglasbudding” (Brötchenpudding) hat meine Großmama früher oft zubereitet.
Auch mir völlig Neues konnte ich im Buch entdecken, und ich werde ganz sicher
den Bierbraten ausprobieren, ebenso wie die Bratwurstpfanne. Interessant klingt auch der “Graudsbrodn” (Krautsbraten), den ich auf jeden Fall nachkochen möchte. Es wird nicht nur die Alltagsküche gezeigt, sondern auch viele Festtagsgerichte werden in diesem Buch vorgestellt, so dass für das leibliche Wohl in allen Lebenslagen das Passende dabei ist.
Aber wieso “Lesekochbuch”? Zwischen den über 90 Rezepten findet man reichlich Lesestoff, in Form von kleinen Anekdoten, Gedichten, Erinnerungen und Geschichten rund um die schöne Stadt Bayreuth und ihre Bewohner, damals und heute.
Wie heißt es so schön: “Das Auge isst mit”, und bei diesem Buch hat es auch reichlich Gelegenheit dazu, denn viele Rezepte sind mit ansprechenden Fotos ergänzt, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Auch ein paar kulturelle Eindrücke bietet das Lesekochbuch, beispielsweise ist das Bayreuther Festspielhaus, in dem die berühmten Wagner-Festspiele stattfinden, auf dem Vorsatzpapier zu sehen. Das Umschlagbild zeigt den Sonnentempel und einen kleinen Ausschnitt der Orangerie aus der Bayreuther Eremitage. Bayreuth ist eine Bierstadt, und so kann man auch eine Außenansicht des Maisel’s Brauerei- und Büttnereimuseums im Buch betrachten.
Es gäbe noch viel über das Buch zu erzählen, aber noch besser ist natürlich, es sich selbst anzusehen, denn für alle, die regionale Kochbücher lieben und vielleicht sammeln, ist dieses ein Schatzkästlein. Nicht nur Oberfranken, sondern auch Auswärtige können sich ruhig trauen, denn für alles Mundartliche  ist immer eine Übersetzung dabei.
Ein besonderes Schmankerl ist nämlich das “Bareitha Wörterbuch” (Bayreuther Wörterbuch), ein Mundart-Wörterbuch, das sich an die Rezepte anschließt. Hier werden mundartliche Begriffe von “Aach” (Auge) bis “Zwaawos” (Zweierlei) erklärt. Vieles kennt man auch als Einheimischer nur noch von früher, und wenn man es in dieser originellen Zusammenstellung liest, muss man unwillkürlich schmunzeln, ganz besonders beim Abschnitt “Schimpfwörterbuch”. Nur Eingeweihte wissen, was beispielsweise ein “Drudscherla” (langsames, naives Wesen) ist. oder was man unter einem “Grischbala” (dürrer, hagerer Mensch) versteht.
Der November neigt sich dem Ende zu, und Weihnachten rückt langsam aber stetig näher, und so wäre es naheliegend, das Lesekochbuch Bayreuth als hübsche und originelle Geschenkidee in Betracht zu ziehen, vielleicht für junge Oberfranken, damit sie die Traditionen ihrer Heimat in Küche und Sprache nicht ganz aus dem Gedächtnis verlieren oder für Kochbuchsammler, vielleicht auch für gebürtige Oberfranken, die mittlerweile anderswo leben, als schöne und schmackhafte Erinnerung an die alte Heimat. Ideen gibt es viele, und das Lesekochbuch Bayreuth ist für jede Küche und jedes Bücherregal eine vielfältige Bereicherung.

Nachtrag am 23.11.2014: Heute war es mir spontan nach einem schnellen und unkomplizierten Sonntagskuchen. Da ich die Zutaten alle im Haus hatte, habe ich mich für den Nusskuchen aus dem Bayreuther Lesekochbuch entschieden. Das Tolle ist, dass man nur drei verschiedene Zutaten benötigt: Puderzucker, Eier und gemahlene Nüsse. Das Ergebnis ist phänomenal. Es ist ein richtig schön lockerer und saftiger Kuchen geworden. Mein Mann meinte, das sei der leckerste Nusskuchen, den er je gegessen hat!



Herzlichen Dank an den Sutton Verlag und an Birgit Ringlein für das schöne Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 6. November 2014

Unsere Friaul Rezepte – Gisela Hopfmüller, Franz Hlavac


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Wie das Vorwort dieses Buches verrät, hat das Autorenehepaar Gisela Hopfmüller und Franz Hlavac vor einigen Jahren das Friaul zu seiner Wahlheimat erkoren.Schon bald nach dem Bezug ihres Hauses in Varmo fingen die Autoren an, sich intensiv mit dem Friaul und seiner Küche zu beschäftigen. Es ist nicht ihr erstes Friaulbuch, denn schon vorher sind zwei Bücher über diesen Landstrich, die Menschen, die Traditionen und die Küche dort erschienen, doch während es sich bei den ersten beiden Bänden eher um Reise-Ratgeber, Fotobände, Landschafts- und Kulturbeschreibungen sowie Einkaufsratgeber handelt, ist dies hier ein reines Kochbuch.
Das Autorenpaar hat eine große Auswahl an Rezepten zusammengetragen, teils von Restaurants oder Trattorien, teils aus friulanischen Privathaushalten, ergänzt durch Ideen aus der eigenen Küche. Alle Gerichte im Buch wurden den vier Jahreszeiten zugeordnet, denn die Küche des Friauls konzentriert sich auf regionale und saisonale Zutaten. Zu jedem der gezeigten Gerichte gibt es auch gleich die passende Weinempfehlung.

Beim ersten Durchblättern ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der Rezepte sehr einfach ist und mit wenigen Zutaten auskommt. Das ist typisch für die Küche der Region, denn diese ist sehr ursprünglich und puristisch, dabei gehaltvoll und vielfältig und trotz einer gewissen Üppigkeit auch gesund.

Bereits beim ersten Betrachten der Fotos habe ich eine ganze Reihe Markierungen bei den Rezepten angebracht, die ich unbedingt ausprobieren möchte. Besonders die Gemüsezubereitungen und die Fischgerichte haben es mir angetan, denn das sind die Themen, die ich besonders mit Italien verbinde. Indem ich italienisch koche, kann ich mir einen Hauch von Süden in meine eigene Küche holen und von sonnigen Urlaubstagen träumen. Als Inspiration dazu sind die im Buch gezeigten Bilder der Fotografin Mayda Mason bestens geeignet.

Zuerst habe ich ein Gericht ausprobiert, das sehr schnell und einfach zubereitet ist und das wundervoll schmeckt. Die benötigten Zutaten hatte ich alle im Haus, so dass ich gleich loslegen konnte.
Obwohl die Zucchininudeln im Buch stellvertretend für den Sommer stehen, hat uns dieses Pastagericht auch im Herbst sehr gut geschmeckt, und es ist gleich auf meine Liste der Rezepte gerutscht, die ich zu Rate ziehe, wenn es schnell gehen muss, denn auch dann braucht man auf Genuss nicht zu verzichten. 
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Typisch italienisch sind für mich auch die flachen, dabei aber ziemlich gehaltvollen Kuchen, die nicht nur bei der Kaffeetafel am Nachmittag in Erscheinung treten, sondern auch häufig, in Kombination mit einem kräftigen Espresso, als Dessert serviert werden. Daher habe ich mich spontan für einen herbstlichen Haselnusskuchen entschieden. Auch für ihn benötigt man nur wenige Zutaten, und er ist sehr schnell zubereitet. Er schmeckt richtig gut aromatisch nach Nüssen und ist innen noch schön saftig.

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Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch für mich, denn ich habe ein Problem mit der Beschaffung einiger Zutaten. Was man im Friaul sicher leicht beziehen kann, ist in meiner Region leider nicht zu kriegen. In Großstädten tut man sich damit sicher leichter, aber ich habe keine Ahnung, woher ich Chicoréesprossen, Hopfensprossen, Stängelkohl oder Leimkraut nehmen sollte. Auch italienische Wurst, wie Cotechino oder Pitina, werde ich leider hier nirgends kaufen können.

Aber es sind ja noch genügend andere Rezepte im Buch, die künftig meinen Speiseplan bereichern. Ich freue mich auf verschiedene Varianten von Teigtaschen und Risotto, auf gefüllte Calamari und geschmorten Seeteufel, um nur einige der Leckereien zu nennen. Sicher werde ich auch die Grappakirschen ausprobieren, und ich würde nur allzu gerne den Nusslikör ansetzen. Hier werde ich jedoch wieder an meine Grenzen stoßen, denn dafür bräuchte ich grüne, unreife Walnüsse. Aber vielleicht  findet sich dafür ja eine Lösung, denn das Ergebnis sieht sehr verführerisch aus.
Insgesamt waren meine ersten Eindrücke zu diesem Kochbuch überzeugend, und es werden noch viele weitere friulanische Gerichte folgen, die ich nachkochen oder backen möchte.



Herzlichen Dank für die Überlassung eines Rezensionsexemplars an den Pichler Verlag und die Agentur Literaturtest.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Schnelle Kekse–Angelika Kirchmaier

Backen für Eilige

Mit dem Herbst kommt die Zeit, wo man wieder mehr Zeit drinnen verbringt. Was gibt es Schöneres, als in der Küche neue Leckereien auszuprobieren, und spätestens zum Martinstag sollen auch die ersten Plätzchen fertig sein, schon als Einstimmung auf die Adventszeit.
Aber eigentlich haben Kekse bei uns das ganze Jahr über Saison, nur eben dann ohne die weihnachtlichen Gewürze, und unterm Jahr soll es möglichst auch schnell gehen. Zu meinem geliebten Espresso mag ich immer eine süße Kleinigkeit, und so kam mir das Buch “Schnelle Kekse” natürlich gerade recht.

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Als ich dann noch entdeckt habe, dass dieses Buch von Angelika Kirchmaier ist, war ich besonders neugierig, denn von ihr hat mich schon im letzten Jahr “Brot backen für Eilige” begeistert. Wer die Autorin kennt, weiß ihr Konzept zu schätzen, denn sie legt nicht nur Wert auf Genuss und gutes Aussehen ihres Gebäcks, sondern achtet dabei auch immer auf möglichst gesunde und frische Zutaten.
Es lohnt sich, auch auf ihrer Website: Angelika Kirchmaier vorbeizuschauen, denn da stellt sie einige ihrer feinen Rezepte zur Verfügung.

Genuss und Gesundheit müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern können gut harmonieren, wie man an den neuen leckeren Keksrezepten sieht, die von Angelika Kirchmaier in diesem Buch gesammelt wurden.
Klar, auch diese Kekse sind süß, und man sollte auch hiervon lieber in kleinen Mengen genießen, denn auch Nüsse und Trockenfrüchte sind üppig. Aber Angelika Kirchmaiers schnelle Kekse sind nicht so süß und so fett wie herkömmliche Plätzchen und haben daneben noch viele gesunde Inhaltsstoffe zu bieten, denn auf die Qualität der Zutaten wird hier großer Wert gelegt.

Schon beim Durchblättern und Betrachten der Rezepte merkt man, dass die kleinen Gebäckteile zwar süß, aber nicht extrem klebrig sind. Die Zuckermenge ist bei den Rezepten weitaus geringer als man das von herkömmlichen Zutatenlisten kennt oder wird auch manchmal durch Honig ersetzt, und die Süße wird hier auch häufig durch Zugabe von Trockenfrüchten erreicht.
Eines haben die Kekse gemeinsam: sie gehen alle richtig schnell. Wie man mit wenig Aufwand tolle Ergebnisse erzielt, dazu gibt es reichlich Tipps.

Wer bisher der Meinung war, gesundes Gebäck würde langweilig aussehen, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Mir gefällt sehr gut, dass manchmal getrocknete Blütenblätter als Farbtupfer genutzt werden. Sparsam eingesetzte Zuckerherzchen oder Glasuren sehen gut aus, ohne dabei jedoch allzu sehr ins Gewicht zu fallen. Die liebevoll arrangierten Fotos zeigen, dass man auch gesunde Plätzchen vielfältig dekorieren kann, und durch eine gekonnte Verpackung werden sie noch zusätzlich aufgewertet. Mit Phantasie, etwas Tortenspitze und hübschen Behältern hat man auch schnell ein hübsches Geschenk geschaffen, das dem Empfänger sicher Freude bereiten wird.

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Ein Gebäck, das ich das ganze Jahr über sehr gerne esse und das für mich, besonders nach einem guten italienischen Essen, einfach dazu gehört, sind Cantucci. Die kleinen knusprigen Mandelschnitten findet man mittlerweile in den meisten gut sortierten Lebensmittelmärkten zu kaufen. Aber im vorliegenden Buch ist nicht nur ein Rezept enthalten, sondern es gibt mehrere Varianten der italienischen Spezialität. Ich habe mich spontan für die Orangen-Cantucci entschieden, und die Herstellung ist wirklich so einfach und schnell, dass ich künftig auf jeden Fall die selbst gebackene Variante bevorzugen werde, denn diese Kekse sind viel leckerer und aromatischer als alle Cantucci, die ich bisher gekauft hatte. Das Ergebnis hat mich wirklich begeistert, und ich werde natürlich auch die anderen Sorten demnächst ausprobieren. Es gibt im Buch noch Anregungen für Kaffee-Cantucci, Nuss-Cantucci und “Sünden-Cantucci”.

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Aber auch Kipferl, Häufchen, Busserl, Cookies, Streuselkekse und vieles mehr sind in reicher Auswahl vorhanden, immer mit vielen Tipps, wie man sie am besten in Form bringt und schön anrichtet.

Im Anhang findet man eine kleine Warenkunde, wo man Wichtiges und Interessantes über die benötigten Zutaten erfährt, außerdem eine Pannenhilfe, wenn mal etwas nicht auf Anhieb gelingt, dazu auch viele Ratschläge für besondere Ernährungsformen, beispielsweise für Veganer, Allergiker und Diabetiker. Trotz freiwilliger oder gezwungener Einschränkungen bei der Auswahl wird man in diesem Buch schnell fündig, denn die Rezepte sind jeweils deutlich gekennzeichnet, für wen sie geeignet sind.

Sehr gut und praktisch finde ich, dass sich im Anhang eine Liste mit den Nährwertangaben zu allen Rezepten anschließt. So hat man gleich den Überblick, wie es bei den einzelnen Keksen mit den Kalorien, dem Fettgehalt und den Broteinheiten  aussieht.

Da es in diesem Buch auch viele Sorten mit weihnachtlichen Gewürzen auszuprobieren gibt, wird es von mir natürlich verstärkt in den nächsten Wochen zu Rate gezogen, aber eben nicht nur in dieser Zeit, sondern es ist ein Begleiter durch alle Jahreszeiten und für sehr viele Gelegenheiten, für alle, die sich selbst oder anderen eine kleine, süße (aber nicht zu süße) Freude machen möchten.

Herzlichen Dank an Literaturtest und den Pichler Verlag, für die Überlassung eines Rezensionsexemplars.

Montag, 13. Oktober 2014

Italien vegetarisch – Claudio Del Principe (Hg.:Katharina Seiser)


SAM_2342Dieses wunderschön aufgemachte Buch wendet sich nicht nur an Vegetarier, sondern an alle, die gerne italienisch kochen und essen, dabei aber öfter mal auf Fleisch verzichten möchten. Da ich einerseits die italienische Küche sehr liebe und größtenteils vegetarisch koche, war dieses Konzept für mich natürlich gleich doppelt interessant. Sieht man sich in Lebensmittelgeschäften und Märkten die Regale an, stellt man fest, dass immer mehr vegetarische “Ersatzprodukte” angeboten werden, manche mehr, manche weniger sinnvoll in der Zusammenstellung, die meisten aber sehr teuer. Da schließe ich mich doch lieber der Aussage des Autors im Vorwort an, wo er empfiehlt, lieber italienisch zu kochen, statt zu exotischen Ersatzprodukten zu greifen. Die italienische Küche hat gerade bei den Gemüsegerichten eine große Vielfalt zu bieten, denn sie orientiert sich an alten Traditionen und verwendet zum Großteil Zutaten, die regional und saisonal gerade verfügbar sind. Italienische Gerichte können ländlich rustikal, aber auch jederzeit elegant und raffiniert daherkommen, wobei sich auch häufig alle diese Eigenschaften in einem Rezept vereinen. Vieles ist so einfach in der Zubereitung und erhält seine Raffinesse gerade durch die Verwendung natürlicher und sonnengereifter Zutaten aus der näheren Region. Auch wenn wir nicht in Italien leben, können wir uns den Genuss und die südländische Heiterkeit zumindest ansatzweise auf den heimischen Tisch holen. Mit diesem Kochbuch hat man hierzu einen idealen Begleiter.
Schon die Einteilung ist meines Erachtens sehr gelungen. Alle Rezepte sind nach den Jahreszeiten geordnet, dazu gibt es auch noch ein großes Kapitel, das mit “Jederzeit” überschrieben ist und Rezepte enthält, die das ganze Jahr über Saison haben. Hier findet man auch eine Menge an Basisrezepten, die man dann mit frischen Zutaten der jeweiligen Jahreszeit ergänzen und abändern kann.
In jedem dieser fünf großen Kapitel findet man jeweils einen Abschnitt für
  • Antipasti, Brot und Pizza
  • Suppen
  • Salate und Gemüse
  • Pasta, Polenta und Reis
  • sowie für Süßes.
Neben der Rezepte-Übersicht gleich am Anfang des Buches, wo alle Gerichte nach den oben erwähnten Punkten geordnet sind, findet man im Anhang ein Register, wo man die Rezepte nach Hauptzutaten aussuchen kann. Hier gibt es außerdem noch ein Glossar mit Erklärungen der wichtigsten Begriffe.
Die Rezepte sind größtenteils einfach nachzumachen und beschränken sich auf wenige, hochwertige Zutaten. Hält man sich an die Erläuterungen der Zubereitung und die empfohlenen Garzeiten, wird man ein wohlschmeckendes Ergebnis erhalten. Gerade die Qualität einer frisch gekochten Tomatensoße steht und fällt mit der Garzeit, denn sie will lange köcheln. Mit den tollen Basisrezepten und den ergänzenden Tipps gelingt auch ohne große Vorkenntnisse ein perfektes Risotto oder eine Polenta mit der idealen Konsistenz.
Die meisten Rezepte basieren auf dem Grundsatz “weniger ist mehr”. Die Zusammenstellung der Zutaten ist oft überraschend und bietet erstaunliche Geschmackserlebnisse (z.B. schmale Bandnudeln mit Artischocken und Erbsen oder Polenta mit Wirsing und Bohnen) Anhand der detaillierten Erklärungen, die ein gutes Ergebnis versprechen, kriegt man direkt Lust, einmal wieder frische Nudeln selbst zu machen. An den im Buch enthaltenen Pizzarezepten sieht man, dass es gar nicht vieler besonderer Zutaten bedarf, um ein schmackhaftes Gericht zu zaubern. Da reichen oft schon ein paar Tomaten und eine Kugel Mozzarella.
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Sehr lecker ist zum Beispiel dieses Zucchinigemüse in Tomatensoße. Die Empfehlung, das Gericht mit pochierten Eiern zu servieren, hat uns sehr gut geschmeckt und kommt nun häufiger in dieser Art auf den Tisch.
Nicht vergessen darf man auch die vielen Ideen für eingelegtes oder konserviertes Gemüse.
Schöne Vorschläge gibt es auch in den “süßen” Kapiteln. Wer es üppiger mag, wird sicher die süßen Krapfen mit Rosmarin und Anis ausprobieren, einen Mandel-Schoko-Kuchen oder weiche Amaretti backen. Aber manchmal reicht vielleicht auch etwas Leichtes zum Dessert, wie Kaffeeparfait, Zitronengranita oder gefüllte Pfirsiche. Es gibt auch eine Anleitung, wie man Limoncello selbst ansetzt. Da ich diesen Zitronenlikör liebe, werde ich das sicher einmal machen und mir mit dem Zitronenaroma hoffentlich einen Hauch von Sommer in die kalte Jahreszeit retten. Es gäbe noch so viel zum Buch zu erzählen, und die vielen Farbfotos zu den Rezepten machen Appetit auf mehr.
Die ergänzenden Ratschläge zu den Rezepten animieren dazu, selbst Neues auszuprobieren. Immer findet man auch Empfehlungen für Getränke, die besonders gut zu den Gerichten passen.
Eine sehr interessante Sache, die ich demnächst unbedingt ausprobieren möchte, ist der Ansatz und die Pflege von Mutterhefe, durch die man einen Teil der gekauften Hefe in den Brot- und Pizzarezepten ersetzen kann. Ich bin gespannt auf das Ergebnis und werde berichten, wie es geklappt hat.
Hier hat man einerseits ein vegetarisches, italienisches Grundkochbuch, zugleich aber auch eine Fülle von neuen Rezepten und Ideen.
Auch die äußere Aufmachung dieses Kochbuchs möchte ich nicht unerwähnt lassen. Das Konzept ist sowohl inhaltlich als auch von der Ausstattung her sehr gelungen, und der Leinenrücken des Einbands unterstreicht die Wertigkeit dieser Ausgabe. Es gibt auch drei Lesebändchen im Buch, sinnigerweise in den italienischen Farben gehalten.
Vielen Dank an
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für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit, die vielen schönen Rezepte auszuprobieren.

Montag, 22. September 2014

“rockthekitchen”–Sylvia Reiter

Dieses Buch fällt schon durch sein auffallendes Format aus dem Rahmen, denn es ist hoch und schmal, was durch den schwarzen Buchrücken optisch noch verstärkt wird.
Schon beim ersten Durchblättern war ich fasziniert von den tollen Aufnahmen, die übrigens alle von der Autorin selbst stammen.

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Zuerst war da ein Blog, wo Sylvia Reiter seit 2010 ihre kreativen Rezepte teilt und daneben noch sehr interessante Reiseberichte veröffentlicht. In diesem Blog vereint die Autorin ihre Leidenschaften für gutes Essen, inspirierende Reisen und Fotografie, und letztendlich ist nun ein Buch entstanden, das ihre besten Rezepte enthält. Viele der gezeigten Anregungen hat sie offensichtlich von ihren Reisen mitgebracht, und die ausdrucksstarken Fotos sprechen ihre eigene Sprache.

Das Inhaltsverzeichnis teilt die Rezepte übersichtlich in fünf Kapitel auf, die wären: 1. Breakfast, 2. Lunch, 3. Teatime, 4. Dinner und 5. Everytime. Selbstverständlich kann man alle Gerichte auch zu anderen Zeiten genießen; die Aufteilung ist nur zur ersten Orientierung gedacht. Wer seine Rezepte lieber nach Zutaten auswählt, findet auch hierzu ein übersichtliches Register im Anhang. Sehr gut gefällt mir, dass die vegetarischen und veganen Rezepte überwiegen und extra gekennzeichnet sind, so dass man sie auf den ersten Blick erkennt, wie auch alle glutenfreien und laktosefreien Rezepte.

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Die Auswahl der präsentierten Gerichte ist vielfältig, und schon bei der ersten Betrachtung ist mir ein Rezept für Ciabatta aufgefallen, denn auf dem Foto wird dieses Brot in einem gusseisernen Topf gezeigt. Da ich genau so einen Topf in meiner Küche verwende, war dies auch das erste Rezept, welches ich ausprobieren wollte. Ich habe mich genau nach der Anleitung gehalten, lediglich die getrockneten Tomaten habe ich weggelassen, denn damit können sich Mann und Tochter nicht recht anfreunden. Der vorbereitete Teig muss 12 bis 16 Stunden gehen, was sich praktischerweise über Nacht erledigt hatte, und ich muss sagen, die Herstellung dieses Brotes war, vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt, ein Kinderspiel!

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Es ist nicht nur wunderbar gelungen, sondern hat auch ganz hervorragend geschmeckt, was natürlich die Hauptsache ist. Diese Art des Brotbackens ist prima, und ich werde das auch mit anderen Rezepten ausprobieren.

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Vorgestern gab es dann die mit Couscous und Feta gefüllten Zuccini, denn auch dieses Rezept hat mich geradezu angelacht. Auch hier gestaltete sich die Umsetzung der Angaben sehr einfach, und das Ergebnis war absolut lecker.

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Mir persönlich gefällt die vielfältige und internationale Rezeptauswahl, und ich finde die bunte Zusammenstellung von Koch- und Backrezepten sehr gelungen. Hier findet man Shortbread, Cookies und Brownies ebenso wie frisch gemachte Lachs-Bärlauch-Ravioli. Asiatisches, wie Panang Curry oder diverse Sushi-Varianten präsentieren sich in trauter Nachbarschaft mit gefüllten Paprikaschoten nach italienischer Art oder handgemachten Tagliatelle. Aber auch die “deutsche Küche” ist vertreten, mit “Forelle in Riesling” oder “Kartoffel-Senf-Gratin mit fränkischen Bratwürsten”.  Das Buch besticht durch ausgefallene, interessante Kombinationen, die manchem Rezept einen multikulturellen Touch geben oder ein Gericht leichter machen. Hier möchte ich als Beispiel den klassischen “Kalten Hund” erwähnen, den ich bisher nur mit Kokosfett und Butterkeksen kannte und der mir immer viel zu üppig war. Die Autorin präsentiert eine gelungene Kombination aus Karamelkeksen mit Erdnussbutter, Schokolade und Sahne, die mir sehr viel besser gefällt.

Die einzelnen Rezepte sind übersichtlich angeordnet. Zuerst werden alle Zutaten aufgelistet, und darüber findet man einen Vermerk, für welche Stückzahl oder wie viele Personen die Menge gedacht ist. Auch die Erklärung der Zubereitung ist übersichtlich in einzelne Schritte gegliedert, und meist findet man am Ende noch Anregungen und Tipps für Variationsmöglichkeiten. Zu jedem Gericht gibt es ein ganzseitiges Foto.

“Rockthekitchen” bringt frischen Wind und Schwung in die Küche, und man kann den Titel durchaus wörtlich nehmen, denn festgefahrene Gewohnheiten oder herkömmliche Rezepte werden hier ganz schön aufgemischt. Mit dieser Fülle von Anregungen hat Langeweile beim Kochen absolut keine Chance. Ich für meinen Teil habe wieder ein neues Lieblings-Kochbuch gefunden.

 

Herzlichen Dank für die Überlassung eines Rezensionsexemplars an die Agentur Literaturtest und Edition Styria.

Mittwoch, 17. September 2014

Törtchenzeit – Sonya Kraus und Jessi Hesseler

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Vor einiger Zeit habe ich über das Büchereule-Forum die Gelegenheit erhalten, an einer Leserunde zu dem Buch “Törtchenzeit” teilzunehmen. Eigentlich ist Leserunde hier der falsche Ausdruck, denn es handelt sich eher um eine Koch-, Back- und Bastelrunde. Ich habe mittlerweile einige der enthaltenen Rezepte ausprobiert, und auch wenn ich in den letzten Wochen nicht viel dazu gekommen bin, Neues zu testen, so habe ich mittlerweile schon meine Stamm-Rezepte, die ich immer wieder gerne verwende. Auch wenn ich gerade mal nichts daraus backen oder herstellen möchte, nehme ich das Buch immer wieder gerne zur Hand, denn es ist einfach schön anzuschauen, und man kann sich von den brillanten Fotos inspirieren lassen, wenn man auch nur mal eben einen kleinen Dekorationsvorschlag braucht.

Schon die äußere Gestaltung und die gesamte Aufmachung des Buches sind sehr schön, mit vielen verführerischen Rezepten und Fotografien. Der Inhalt ist in übersichtliche Kapitel aufgegliedert, so beginnt alles mit den Basics, wo die Grundausstattung ebenso dazu gehört wie ein Back-ABC, in dem viele Begriffe und Tätigkeiten genau erklärt werden. Man findet in diesem ersten Abschnitt auch ausführliche, allgemeine Anweisungen und Grundrezepte zur Herstellung einer Torte oder von Cupcakes.

Es schließen sich Kapitel für die verschiedenen Jahreszeiten an, auch gibt es die Abschnitte “Klassiker neu aufgelegt”, “Geschenke machen”, “Backen mit Kindern” und ein Kapitel mit Getränken.

Egal für welche Feier oder Jahreszeit, in diesem bunten Potpourri hat man eine reichliche Auswahl an Anregungen und Anleitungen, nicht nur zur Herstellung von ausgefallenem Gebäck, sondern auch gleich mit Vorschlägen, wie man seine gebackenen Werke besonders gut präsentieren oder verpacken kann. Vieles ist ganz einfach nachzumachen und doch sehr effektvoll.

Gut gefällt mir, dass es hier viele Anregungen für Kleingebäck gibt, so dass man in einem kleineren Haushalt nicht immer einen riesen Kuchen verkonsumieren muss oder viele Reste übrig behält. Es werden überwiegend kleine Törtchen, Cupcakes, Müslischnitten oder Kuchen am Stiel vorgestellt. Toll sind auch die Rezepte für Kuchen im Glas, die man nicht nur zum Kaffee serviert, sondern die sich auch prima als Dessert eignen.

Ich freue mich nun schon auf die kommende Winterzeit, denn dafür gibt es im Buch ebenfalls reichlich Ideen. Bisher habe ich mich auf die sommerlichen Rezepte konzentriert, denn irgendwie hat es mir widerstrebt, in den Sommermonaten Christmas Cake Pops oder Weihnachtstörtchen zu backen. Aber davon wird demnächst einiges ausprobiert. Auch gibt es eine tolle Backmischung für Cookies im Buch, verbunden mit einer genialen Anleitung für ein Deko-Glas, das sich wunderbar zum Verschenken eignet. Das werde ich auf jeden Fall nachmachen.

Weniger abhängig von den Jahreszeiten sind die Vorschläge für Getränke, und hiervon habe ich schon einige zubereitet:

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Die Viva-Italia-Limonade, ein sehr erfrischendes Getränk für heiße Tage. Hier wird reichlich Zitronensaft und Basilikum verarbeitet, und das Ergebnis ist eine tolle Kräuterlimonade, die es im Sommer öfter bei uns gegeben hat. Je nach Vorlieben kann man den Anteil an Basilikum auch reduzieren, und ich habe meist etwas weniger Zucker verwendet, als im Rezept angegeben.

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Bananamama, eine leckere Bananenmilch mit geschmolzener Schokolade und Sahnehäubchen. Im Buch gibt es einen aufwändigen Dekorationsvorschlag, der besonders dann interessant wird, wenn man dieses Getränk für Gäste zubereitet. Ich werde das Rezept demnächst mit Bitterschokolade ausprobieren, denn das erste Ergebnis war sehr süß und hätte ein leicht bitteres Schoko-Aroma durchaus vertragen können.

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Eisiger Chai Latte, dafür wurde ein starker, süßer Chai gekocht und zu Eiswürfeln gefroren. In kalter Milch serviert lösen sich die Eiswürfel nach und nach auf und geben ihr tolles Aroma ab. Auch das ist ein wunderbares Getränk für warme Tage.

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Pflaumen-Trifle, das ist richtig lecker! Eine tolle Kombination aus starkem, herbem Espresso, säuerlichen Pflaumen, süßen Löffelbiskuits und einer sanften Vanillecreme. Damit werde ich künftig meine Gäste öfter verwöhnen.

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Himbeer-Käsekuchen im Glas wird in drei Schichten gemacht, aus pürierten Himbeeren, zerstoßenen Vollkornkeksen und einer Mascarponecreme. Auch das ist sehr lecker und kam bei der ganzen Familie gut an.

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Und dann noch meine geliebten Mini-Gugls. Ich habe schon seit längerem eine Gugl-Form und freue mich immer über neue Rezepte, die sich dafür eignen. Die kleinen Kuchen aus diesem Buch sind mit Mandeln und geriebenem Apfel gebacken, und prima finde ich die Idee, ein paar dieser Mini-Gugl in einen Eierkarton zu verpacken. So hat man ein Geschenk originell verpackt, das sicher gut ankommt.

Im Anhang des Buches findet man noch eine Aufstellung mit Bezugsquellen für die schönen gezeigten Dekoartikel. Mit den Bastelvorschlägen und ein wenig Kreativität hat man ganz schnell und mit wenig Aufwand tolle Dekorationen fertig.

Zwei Rezepte habe ich mir schon vorgemerkt, um sie in nächster Zeit auszuprobieren, es sind die dunklen Schokoladen-Cupcakes mit frischen Feigen und der Zimtschneckenauflauf. Ich bin schon gespannt darauf und werde zu gegebener Zeit darüber berichten, wie mir die Leckereien gelungen sind.

Mein Fazit: “Törtchenzeit” ist eine Fundgrube für jeden, der gerne leckere, süße Kleinigkeiten zubereitet und ausgefallene Deko- und Verpackungsideen liebt. Mir persönlich sind einige Rezepte etwas zu süß, aber letztendlich kann man ja bei den meisten Rezepten gut den Zuckeranteil reduzieren, ohne dass das Endergebnis leidet. Auch eignen sich viele Rezepte als Anstoß für eigene Ideen, denn man muss ja nicht alle Anleitungen zu 100% ausführen, sondern kann nach eigenem Geschmack abwandeln, neue Zutaten ergänzen oder austauschen. Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Donnerstag, 28. August 2014

Ein neuer Platz für meine Zeitschriften

Nach längerer Handarbeitspause gibt es mal wieder etwas von mir zu zeigen. Im Mai hatte ich ja bei der Wollfactory bestellt, und unter anderem sind zwei Konen Recotton dabei gewesen. Hier nochmal der Link zu meiner damaligen Bestellung: Klick
Ich hatte auch gleich angefangen, das dicke Bändchengarn zu verarbeiten, aber nach dem ersten Knäuel hat mein Handgelenk gestreikt. Daher lag das angefangene Teil nun einige Wochen in der Ecke. Aber endlich habe ich mich aufgerafft und meinen Korb fertig gehäkelt, damit meine Koch-Zeitschriften ein neues Zuhause haben.

Und so habe ich den Korb gemacht:
Benötigt habe ich für einen Korb dieser Größe 2 Konen Recotton (geht natürlich auch mit Zpagetti), und ich habe mit einer Häkelnadel Nr. 7 gearbeitet. Wenn ich mal wieder mit diesem Material häkle, werde ich aber eine etwas stärkere Häkelnadel benutzen, denn dann geht's auch leichter.

1. Runde: Eine Anfangsschlaufe bilden und 8 feste Maschen hinein häkeln,
in der zweiten Runde jede feste Masche verdoppeln, so dass man am Ende der Runde 16 Maschen hat. Am Ende der Runde einen Faden oder Maschenmarkierer anbringen. In der dritten Runde jede zweite Masche verdoppeln, in der vierten Runde jede dritte Masche und so weiter. Ich habe insgesamt 12 Runden auf diese Weise gehäkelt. In der folgenden Runde ebenfalls feste Maschen häkeln, jedoch nur in die hintere Schlaufe der Masche einstechen, das ergibt dann einen Rand, so dass der Korb einen besseren Stand bekommt. Nun gerade hoch, immer in Runden zu festen Maschen häkeln, bei mir waren das 7 gerade Runden. In der folgenden Runde die Stellen für zwei Henkel (gegenüberliegend) bestimmen und markieren. Meine Griffe habe ich jeweils über 10 Maschen gearbeitet. Egal wie groß der Korb ist und mit wie viel Maschen man die Runden häkelt, für die Position der Griffe teilt man die Maschenzahl einer Runde durch 2. Dann häkelt man die erste Hälfte feste Maschen, bis auf 10, arbeitet 10 Luftmaschen und übergeht 10 Maschen der letzten Reihe. Nun häkelt man die zweite Hälfte feste Maschen, wieder bis auf die letzten 10, arbeitet nochmal 10 Luftmaschen, übergeht die letzten 10 festen Maschen der Vorreihe und beendet die Runde mit einer Kettmasche in die Anfangsmasche. In der folgenden Runde häkelt man wieder feste Maschen, wie gewohnt, und um die Luftmaschenreihen, die jeweils einen Griff bilden, werden auch 10 feste Maschen gehäkelt. Ich habe noch eine weitere Runde feste Maschen darüber gehäkelt, bis mein Garn zu Ende war. Die zwei Knäuel sind bis auf ein kleines Fitzelchen aufgegangen. Wie ihr seht, ist der Korb recht geräumig geworden, so dass ich großformatige Zeitschriften gut hineinlegen kann. Natürlich ist so ein Korb vielseitig einsetzbar, als Wollkorb für Handarbeiterinnen, als Spielzeugkorb für die Kleinen oder auch als Katzenkörbchen. 

Dienstag, 5. August 2014

Spielzeug von Eltern selbst gemacht - Freya Jaffke


Spielzeug von Eltern selbstgemacht: Arbeitsmaterial aus den Waldorfkindergärten 1

Dieses 160 Seiten starke Buch wendet sich in erster Linie an Eltern, Großeltern, Erzieher und an alle kreativen Menschen, die mit Kindern zu tun haben und sinnvolles, brauchbares Spielzeug für die Kleinen selber machen wollen.
Betrachtet man die verschiedenen Vorschläge, so ist es gar nicht so schwer, wirklich schönes und gutes Spielzeug selbst herzustellen. Manchmal reicht schon ein Foto zur Inspiration, denn vieles ist ganz einfach und doch so genial. Es werden ausschließlich Naturmaterialien verwendet. Für die ganz Kleinen gibt es ein Knotenpüppchen, ganz fein und abgerundet geschliffene Holzklötzchen oder einen bestickten Filzball.  Nach und nach wird das Spielsortiment ergänzt. Es kommen weitere Dinge dazu, beispielsweise Spieltücher, selbst gehäkelte Kordeln, Spielkissen, Bauhölzer und vieles mehr. Wenn man sich in der Natur umsieht, kann man viele kleine Schätze entdecken, die von den Kindern gerne angenommen und in ihr Spiel integriert werden. Gemeinsam mit den Kleinen kann man schöne Steine, Zapfen und Federn sammeln, und in Verbindung mit Bausteinen entstehen wundervolle, phantasiereiche Landschaften oder Accessoires für die Puppenstube. Auch große Projekte kann man mit Hilfe der bebilderten und gut beschriebenen Anleitungen im Buch schaffen. Vom Kaufladen, der Puppenstube oder dem Puppenhaus, dem Bauernhof bis hin zu Spielzeug für draußen, wie Sandkasten, Blockstelzen und vieles mehr ist hier vertreten und verlockt dazu, es nachzuarbeiten. Auch die Fertigung einfacher Marionetten oder farbenfroher Bilder aus Märchenwolle wird gezeigt. Ob man lieber mit Holz werkelt oder eine Handarbeit, wie Stricken, Häkeln oder Nähen bevorzugt, mit allen kreativen Techniken lässt sich Schönes schaffen, das den Kindern Freude macht, die Phantasie und Kreativität anregt und zu intensivem Spielen animiert. Gerade für Strickbegeisterte sind sicher die handgearbeiteten Tiere aus Wolle interessant. Da gibt es Schafe, Pferdchen, Esel, Schweinchen, Katzen und auch Hühner oder Enten, und mit Hilfe der genauen Anleitung und der Unterstützung eines Erwachsenen können das sogar schon etwas ältere Schulkinder nacharbeiten. Das kann ein Ansporn für die Kinder sein, sich ihre eigenen Lieblingsspielsachen selbst zu machen, worauf sie dann natürlich besonders stolz sind.
Die Autorin ist eine erfahrene Waldorfkindergärtnerin, und  dieses Buch erschien nun bereits in der 23. Auflage, mit über 160.000 verkauften Exemplaren. Diese Zahlen sprechen für sich, und wenn man sich das Buch näher ansieht, kann man den Erfolg auch nachvollziehen.


Das Buch ist im Verlag Freies Geistesleben erschienen und auch dort beziehbar.



Sonntag, 22. Juni 2014

Whipped Shea Butter selbst gerührt

Da meine Haut stellenweise sehr trocken ist und ich lt. Hautarzt eine Neigung zu leichter Neurodermitis habe, die jedoch nicht so stark ist, dass ich medizinische Salben benutzen müsste, rühre ich mir für meine Zwecke eine sahnige Creme, die  meiner Haut richtig gut tut und ruppige Stellen schnell glättet. Seit langem hat sich für mich die "Whipped Shea" bewährt, d.h. eine luftig aufgeschlagene Sheabutter.

Es gibt für "Whipped Shea" jede Menge Anregungen, wenn man sich im Internet umsieht, denn diese "nahrhafte" und natürliche Pflege ist sehr beliebt. Hier habe ich euch mal meine persönlichen Favoriten zusammengestellt, was ich alles hineingebe.

Als Zutaten nehme ich 2/3 Shea und 1/3 Pflanzenöl, in diesem Fall habe ich Jojoba- und Arganöl gemischt, also sieht meine Zusammenstellung so aus:
100 Gramm Shea, 25 Gramm Jojobaöl und 25 Gramm Arganöl. 
Dazu kommen noch 10 Gramm Schwarzkümmelöl, da es meiner Haut besonders gut tut, noch 5 Gramm Borretschöl (man kann auch nur Borretschöl oder nur Schwarzkümmelöl nehmen, je nachdem was man lieber mag) 
und zuletzt noch 8 bis 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl.

Die Zutaten sollten Zimmertemperatur haben, die Shea sollte schön weich sein. Ist sie noch zu fest, erwärme ich sie vorsichtig im Wasserbad, bis sie an den Rändern anfängt zu schmelzen. Auf keinen Fall darf sie zu stark erhitzt werden, denn sonst wird das Ergebnis grisselig. Alle Zutaten in einer Rührschüssel vorsichtig vermengen und dann mit dem Handrührgerät (höchste Stufe) kräftig aufschlagen. Ich stelle die Schüssel mit der Shea-Creme zwischendurch immer mal 10 Minuten in den Tiefkühler und schlage dann erneut auf. Das wiederhole ich ca. 3 bis 4 mal. Hat man anfangs eine ölige, gelbliche Masse, so wird die Shea durch das kräftige Aufschlagen richtig locker und weiß; sie bekommt eine ähnliche Konsistenz wie geschlagene Sahne.  Durch das Bearbeiten nimmt die Masse fast das doppelte Volumen an.
Da die Creme ausschließlich ölige Substanzen enthält, kann man auf eine Konservierung verzichten, was die "Whipped Shea" natürlich nochmal verträglicher macht.


Ich sammle ständig schöne Cremetöpfchen, so dass ich immer genügend Behälter habe, um meine selbst gerührte "Whipped Shea" abzufüllen. Nun habe ich wieder für eine Weile Vorrat.

Dienstag, 10. Juni 2014

Hausballerinas

Kürzlich habe ich ja berichtet, dass ich eine bunt gemischte Lieferung von der Wollfactory erhalten habe, für insgesamt drei verschiedene Handarbeiten.
Inzwischen ist das erste geplante Projekt fertig und bereits verschenkt.
Es sind gestrickt-gefilzte Hausballerinas, aus dieser grauen Strickfilzwolle:

Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 8, und das Ergebnis waren wieder mal "Elbkähne", mit einer Länge von 40 cm.

 Als Grundlage für die Schuhe habe ich eine Anleitung aus der Filati Home Nr. 42 genommen. (Aus dem gleichen Heft habe ich erst vor einiger Zeit die weißen Babyschuhe aus diesem Beitrag gestrickt, und es sind noch weitere interessante Anleitungen im Heft, die ich gerne nacharbeiten möchte).  Die fertig gestrickten Teile habe ich in der Waschmaschine bei 40°C im Vollwaschgang, mit flüssigem Vollwaschmittel verfilzt und anschließend in Form gebracht und, über Schuhspanner gezogen, trocknen lassen.


Das Ergebnis gefällt mir gut, und ich werde diese Anleitung wahrscheinlich noch öfter verwenden, denn die Form wird hiermit etwas zierlicher als bei anderen Puschen.


Mit kleinen Satinschleifen verziert und in einem hübschen Karton verpackt haben die Hausschuhe inzwischen ihre künftige Trägerin erreicht, und wie ich hörte, gefallen und passen sie perfekt.