Mittwoch, 10. Juli 2013

Hurra, es wächst! Tolle Projekte für kleine Gärtner


Man muss keinen großen Garten haben, um die zahlreichen Tipps und Anregungen durchzuführen, die dieses schön aufgemachte Buch zu bieten hat. Ein Balkonkasten oder größerer Blumentopf sind für die ersten Versuche durchaus genug, denn frische Kräuter oder Sprossen gedeihen schon auf kleinstem Raum und bieten eine vitaminreiche Ergänzung für Salate oder Dips.
Zwar wenden sich die ersten Kapitel ausschließlich an kleine Gärtner, denen ein richtiges Beet zur Verfügung steht, denn da geht es darum, den Boden zu prüfen und die Erde vorzubereiten. Anregungen gibt es auch für die Einrichtung eines eigenen Hochbeets, sei es mit einem Bausatz oder auch mit selbst zusammengestellten Mitteln. Ein weiteres Thema, das mit einem extra Kapitel behandelt wird, befasst sich mit der Kompostierung von Küchenabfällen. Auch das ist ein spannender Bereich, der den Kindern neue Sichtweisen bietet.
Es folgen ausführliche Tipps für Zusammenstellungen kleiner Pflanzungen, die auch gut in einem Topf oder einer Schale gedeihen. Die jungen Gärtner erfahren alles über die Anzucht der Pflänzchen aus Samen oder Stecklingen und wie man die jungen Sämlinge pflegt.
Die Ratschläge sind vielfältig und kindgerecht. Sogar die Möglichkeit, wie man Kartoffeln in einem Sack anbauen kann, wird aufgezeigt. Wenn es ums Ernten der eigenen Erzeugnisse geht, ist auch immer gleich ein kulinarischer Tipp dabei, was man beispielsweise mit dem Knoblauch, den Beeren oder dem Kürbis machen kann. Einfache Rezepte findet man gleich in den jeweiligen Kapiteln. Für Kinder bieten sich da spannende Möglichkeiten, neue Geschmacksrichtungen kennen und lieben zu lernen, denn Gemüse schmeckt doch gleich viel besser, wenn man es selbst gezogen hat. Manches können die jungen Gärtner schon allein bewerkstelligen, für andere Ideen braucht es die Mithilfe der Eltern. So wird der Garten zum Familienprojekt, wo alle zusammenhelfen und dann die Früchte der gemeinsamen Arbeit genießen können. Weitere spannende Anregungen gibt es dazu, wie man Anzuchttöpfchen selber machen kann, wie man ein Wildbienenhotel baut oder Vogelhäuschen und Futter selbst herstellt. Das wären tolle Beschäftigungen für Tage mit schlechtem Wetter.
Ein wichtiges Thema ist der Umgang mit Tieren, die den mühsam gehegten Pflänzchen oder den Früchten schaden könnten. Hier gibt es zahlreiche Ratschläge, für ein natürliches Gleichgewicht zu sorgen und die Sache giftfrei anzugehen.
Eine Maßnahme sehe ich jedoch kritisch, denn es wird unter anderem der Bau einer Bierfalle für Schnecken empfohlen. Damit bin ich ganz und gar nicht einverstanden, denn einerseits lockt man damit nur die Schnecken aus der ganzen Nachbarschaft zusätzlich in den eigenen Garten, wenn diese das „Freibier“ riechen, andererseits finde ich es nicht sehr sinnvoll, die Schnecken dann jämmerlich ertrinken zu lassen. Es gibt wirklich bessere und humanere Methoden, den Tierchen den Appetit zu verderben; da baue ich doch lieber Schneckenbarrieren (die glücklicherweise auch empfohlen werden), um Schnecken davon abzuhalten, meine Pflanzen kahl zu fressen. Diese Einstellung würde ich auch Kindern vermitteln, die sich fürs Gärtnern interessieren. Das ist aber auch der einzige Punkt, den ich als negativ empfunden habe. Ansonsten ist es ein umfassendes und wertvolles Buch, das Kindern von 5 bis 11 Jahren das Interesse und die Freude am Gärtnern und an der Natur vielseitig vermittelt.