Freitag, 12. April 2013

Steinzeit-Mahlzeit - Achim Werner und Jens Dummer


Heute möchte ich euch ein außergewöhnliches Kochbuch vorstellen: Steinzeit-Mahlzeit, von den ersten Bauern bis Ötzi, enthält 55 neue Rezepte, die den Küchengebräuchen unserer frühen Vorfahren nachempfunden sind.

Der Rezeptteil gliedert sich in neun große Abschnitte:
  1. Vorspeisen
  2. Suppen
  3. Salate
  4. Brot
  5. Gerichte mit Wildgemüse
  6. Fleisch und Geflügel
  7. Fisch und Meeresfrüchte
  8. Nachspeisen
  9. Getränke
Zuvor weisen die Autoren Achim Werner und Jens Dummer darauf hin, dass nicht eindeutig festgestellt werden kann, wie die Menschen in der Steinzeit ihre Mahlzeiten zubereiteten und verzehrten. Ob es wirklich mehrere Speisenfolgen gab, wissen wir nicht, aber das war sicher auch von der jeweiligen Situation abhängig.   Ich könnte mir vorstellen, dass auch damals Feste gefeiert wurden, bei denen dann etwas besonders Gutes serviert wurde. Auch geben die Autoren zu bedenken, dass die Menschen, wenn sie damals schon so viel Wert auf schönes Geschirr gelegt haben, (denn die Gefäße weisen sehr sorgfältige und detailreiche Verzierungen auf), sicher auch beim Inhalt nicht nachlässig verfahren wurde. 
Jeder Abschnitt wird von umfangreichen Informationen eingeleitet, so dass man viel über die historischen Ursprünge der Speisen erfährt. 
Die im Buch enthaltenen Rezepte geben Aufschluss darüber, wie der Speiseplan damals ausgesehen haben könnte. Sie sind von den Zutaten her einfach gehalten und klingen doch sehr schmackhaft. Es wurde sehr darauf geachtet, bei der Zusammenstellung nur Lebensmittel zu verwenden, die es wirklich zur gleichen Jahreszeit in der Natur gab bzw. gibt, denn Konservierung war nur in geringem Maße möglich. 
Beim Durchblättern des Kochbuchs bekommt man gleich Appetit, denn alle Rezepte sind auch mit einem ansprechenden Foto versehen. Da gibt es Löwenzahn-Giersch-Salat mit Birnen und Ziegenkäse oder Wildkräutersalat mit Ackersenf und Himbeeren. Man findet urig gebackene Brote ebenso wie raffinierte Fleisch- und Wildgemüsegerichte. Die Krönung der Speisen sind dann Desserts, wie Holunder-Birnen-Kompott oder Hirsebrei mit Dörräpfeln und Getränke, wie Vogelbeerlimonade oder Löwenzahnwein.
Den Abschluss des Buches bilden eine illustrierte Bestimmungshilfe für Wildpflanzen sowie eine Aufstellung mit Hinweisen für weiterführende Literatur.
Leider habe ich nur wenig Möglichkeiten, an Wildkräuter, wie Wiesenkerbel oder Gundermann zu gelangen, denn nicht überall wachsen diese Pflanzen heutzutage, und auch nicht an allen Stellen ist die Ernte empfehlenswert. Aber so einiges kann ich sicher doch probieren, wenn es nun langsam draußen anfängt zu grünen und zu blühen. Auch gibt es zu vielen Rezepten Anregungen, wie man schwer erhältliche Zutaten austauschen kann.
In erster Linie ist dies aber für mich nicht nur ein Kochbuch, sondern auch die originelle Möglichkeit, sich ein wenig in frühere Zeiten hineinzudenken und Überlegungen zu den Lebensbedingungen unserer Urahnen anzustellen. Es macht Spaß, auf den Spuren der Steinzeitmenschen zu wandeln und sich vorzustellen, wie es damals gewesen sein könnte.

Vielen Dank an den Verlag Theiss.de und Literaturtest für die Überlassung des Rezensionsexemplars.



Kommentare:

  1. Und hast du etwas nachgekocht?
    lg Sabine

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    1. Hallo Sabine, bisher leider noch nicht, denn es gibt momentan noch gar keine Wildkräuter zu finden. Ich werde aber sicher das eine oder andere Rezept noch nachkochen (bzw. backen)

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  2. Mein erster Gedanke war... Fleisch, Fleisch, Fleisch... nichts für mich. Aber es klingt doch sehr interessant und vor allem vielseitig.
    Meine Schwester war mal in einem Mittelalterverein, die haben auch mittelalterliche Rezepte nachgekocht. Das war wirklich toll und lecker, auch wenn oft sehr fettig.

    LG!!!

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    1. Bei diesem Buch liegt der Schwerpunkt mehr auf Wildpflanzen. Fleischgerichte sind zwar auch drin, aber eigentlich nicht übermäßig fettig. Ich war erstaunt darüber, wie vielseitig und auch wie gesund die Gerichte sind.

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  3. Liebe Susanne,

    hab lieben Dank für deinen Kommentar und dein Lob, ich freue mich immer von dir zu hören.
    Leider hatte ich das Puppengeschirr nie, wir waren 3 Kindern und es war kein Geld für so etwas. Aber meine beste Freundin hatte eines, sogar mit Kaffeefilter! ;-) Da waren wir Mädels seelig...Vor kurzem konnte ich auf einem Flohmarkt ein paar Teile erwerben, da war meine Freude groß.
    Deine Beschreibung des Steinzeitkochbuches klingt interessant und abwechslungsreicher, als man aus dieser Zeit vermuten könnte. Falls du was nachkochen willst, Gundermann wächste massenweise in unserem Garten.

    Lieben Gruß
    Gabriele

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