Montag, 29. April 2013

Kochen für Teilzeit-Vegetarier v. Martin Kintrup


Für mich stellt sich täglich die Aufgabe, eine „Mischfamilie“ in Sachen Ernährungsgewohnheiten zu bekochen, und um jedem gerecht zu werden, ist das manchmal eine ziemliche Gratwanderung. Meine Tochter ernährt sich ovo-lacto-vegetarisch, während mein Mann sehr gerne Fleisch isst. Ich stehe irgendwo dazuwischen, und aus diesem Grund hat der Titel des Kochbuchs „Teilzeit-Vegetarier“ gleich mein Interesse geweckt.

Es enthält fünf große Kapitel:
  • Salate,
  • Suppen und Eintöpfe,
  • Kartoffeln, Gemüse und Hülsenfrüchte,
  • Pasta und Nudeln sowie
  • Reis und Getreide.

Im Buch enthalten sind ca. 60 vegetarische Rezepte, zu denen es jeweils ergänzende Vorschläge gibt, wie man das Gericht für Fleischesser abwandeln könnte.  Beispielsweise wird ein bunter Salat mit Mozzarella kurzerhand zum Wurstsalat umgewandelt, indem einige der Zutaten durch Schinkenwurst ersetzt werden.  Zu Bohnen mit Kichererbsenpüree werden ergänzend Kalbsmedaillons empfohlen, oder das Frühlings-Linsengemüse kann man mit Mettwürstchen servieren. So hat man immer ein vegetarisches Basis-Gericht, das sich ohne großen Mehraufwand auch für Nicht-Vegetarier ergänzen lässt.
Andererseits findet man in dem Buch auch Gegenüberstellungen. Auf der einen Seite steht ein Rezept für Sauce Bolognese mit Hackfleisch, daneben gibt es die vegetarische Variante, eine Seitan-Gemüse-Bolognese.
Das Register ist zweckmäßig und übersichtlich. Man findet hier die Gerichte nach den Haupt-Zutaten, wobei die nicht-vegetarische Variante immer in brauner Kursivschrift gekennzeichnet ist.
Das Positive an diesem Kochbuch ist, dass Fleisch und Fisch hier als Beilagen betrachtet werden, was ja in der „konventionellen“ Küche eher umgekehrt praktiziert wird, wo Gemüse oder Salat sich leider meist mit einer Nebenrolle begnügen müssen.
„Kochen für Teilzeit-Vegetarier“ ist kein dickes Kochbuch; es umfasst „nur“ 144 Seiten. Aber es ist sinnvoll und zweckmäßig aufgebaut, und die Farbfotos zu jedem Gericht machen gleich Appetit.

 Bisher habe ich zwei Rezepte ausprobiert und war sehr zufrieden mit den Ergebnissen:
  • Zucchinicremesuppe mit Mozzarella-Tatar – hierzu wird für Nicht-Vegetarier ein Lachstatar empfohlen. Wir haben es bei der vegetarischen Variante belassen, und es hat der ganzen Familie geschmeckt.



  • Frühlingsrisotto – Statt weißem Spargel, wie im Rezept angegeben, habe ich diesmal grünen Spargel verwendet, was auch wunderbar gepasst hat. Das ist ein richtig gutes Rezept, welches nun sicher häufiger bei uns auf den Tisch kommt. Auf die Anregung, hierzu eine Speck-Hähnchenbrust zu servieren, hat sogar mein Mann frohen Herzens verzichtet und war mit seiner vegetarischen Portion Risotto sehr zufrieden. 


Für Familien, wo für Vegetarier und auch Fleischesser gekocht wird oder wenn ein Vegetarier auch ab und zu nicht-vegetarische Gäste bewirten möchte, ist dieses Buch ganz sicher eine Bereicherung.





Freitag, 12. April 2013

Steinzeit-Mahlzeit - Achim Werner und Jens Dummer


Heute möchte ich euch ein außergewöhnliches Kochbuch vorstellen: Steinzeit-Mahlzeit, von den ersten Bauern bis Ötzi, enthält 55 neue Rezepte, die den Küchengebräuchen unserer frühen Vorfahren nachempfunden sind.

Der Rezeptteil gliedert sich in neun große Abschnitte:
  1. Vorspeisen
  2. Suppen
  3. Salate
  4. Brot
  5. Gerichte mit Wildgemüse
  6. Fleisch und Geflügel
  7. Fisch und Meeresfrüchte
  8. Nachspeisen
  9. Getränke
Zuvor weisen die Autoren Achim Werner und Jens Dummer darauf hin, dass nicht eindeutig festgestellt werden kann, wie die Menschen in der Steinzeit ihre Mahlzeiten zubereiteten und verzehrten. Ob es wirklich mehrere Speisenfolgen gab, wissen wir nicht, aber das war sicher auch von der jeweiligen Situation abhängig.   Ich könnte mir vorstellen, dass auch damals Feste gefeiert wurden, bei denen dann etwas besonders Gutes serviert wurde. Auch geben die Autoren zu bedenken, dass die Menschen, wenn sie damals schon so viel Wert auf schönes Geschirr gelegt haben, (denn die Gefäße weisen sehr sorgfältige und detailreiche Verzierungen auf), sicher auch beim Inhalt nicht nachlässig verfahren wurde. 
Jeder Abschnitt wird von umfangreichen Informationen eingeleitet, so dass man viel über die historischen Ursprünge der Speisen erfährt. 
Die im Buch enthaltenen Rezepte geben Aufschluss darüber, wie der Speiseplan damals ausgesehen haben könnte. Sie sind von den Zutaten her einfach gehalten und klingen doch sehr schmackhaft. Es wurde sehr darauf geachtet, bei der Zusammenstellung nur Lebensmittel zu verwenden, die es wirklich zur gleichen Jahreszeit in der Natur gab bzw. gibt, denn Konservierung war nur in geringem Maße möglich. 
Beim Durchblättern des Kochbuchs bekommt man gleich Appetit, denn alle Rezepte sind auch mit einem ansprechenden Foto versehen. Da gibt es Löwenzahn-Giersch-Salat mit Birnen und Ziegenkäse oder Wildkräutersalat mit Ackersenf und Himbeeren. Man findet urig gebackene Brote ebenso wie raffinierte Fleisch- und Wildgemüsegerichte. Die Krönung der Speisen sind dann Desserts, wie Holunder-Birnen-Kompott oder Hirsebrei mit Dörräpfeln und Getränke, wie Vogelbeerlimonade oder Löwenzahnwein.
Den Abschluss des Buches bilden eine illustrierte Bestimmungshilfe für Wildpflanzen sowie eine Aufstellung mit Hinweisen für weiterführende Literatur.
Leider habe ich nur wenig Möglichkeiten, an Wildkräuter, wie Wiesenkerbel oder Gundermann zu gelangen, denn nicht überall wachsen diese Pflanzen heutzutage, und auch nicht an allen Stellen ist die Ernte empfehlenswert. Aber so einiges kann ich sicher doch probieren, wenn es nun langsam draußen anfängt zu grünen und zu blühen. Auch gibt es zu vielen Rezepten Anregungen, wie man schwer erhältliche Zutaten austauschen kann.
In erster Linie ist dies aber für mich nicht nur ein Kochbuch, sondern auch die originelle Möglichkeit, sich ein wenig in frühere Zeiten hineinzudenken und Überlegungen zu den Lebensbedingungen unserer Urahnen anzustellen. Es macht Spaß, auf den Spuren der Steinzeitmenschen zu wandeln und sich vorzustellen, wie es damals gewesen sein könnte.

Vielen Dank an den Verlag Theiss.de und Literaturtest für die Überlassung des Rezensionsexemplars.



Samstag, 6. April 2013

Warme Socken haben immer noch Saison

Der Frühling lässt ja heuer lange auf sich warten, und so sind warme Socken immer noch sehr begehrt.
Diese Socken, in Größe 40, gestrickt aus Lana Grossa Meilenweit 6-fädig, habe ich verschenkt, und sie wärmen schon seit einigen Tagen die Füße der neuen Besitzerin. Sie sind ganz schlicht gehalten, denn ich finde, bei dickerer Sockenwolle kommt ein Muster oft nicht so gut zur Geltung. Ich habe auch diesmal wieder meine Lieblingsferse verwendet: die Herzchenferse, allerdings habe ich sie diesmal verstärkt. Ich stricke fast nur noch die Sternspitze, denn ich finde, sie ist viel haltbarer als die Bandspitze.

Freitag, 5. April 2013

Bärlauchfocaccia

Heute habe ich wieder einmal unsere geliebte Focaccia gebacken.
Ich bin dafür, wie gewohnt, nach diesem Grundrezept gegangen:


Jedoch habe ich diesmal Dinkel-Vollkornmehl benutzt und dementsprechend die Wassermenge etwas erhöht. Auch habe ich eine gute Handvoll frische Bärlauchblätter (in Streifen geschnitten) unter den Teig gemischt. Auch oben auf den Fladen habe ich noch etwas frischen Bärlauch gestreut und das ganze mit Olivenöl beträufelt.