Samstag, 5. Januar 2013

Das grüne nicht vegetarische Kochbuch - Dagmar von Cramm

Der Name des neuen Kochbuchs von Dagmar v. Cramm bezieht sich nicht etwa darauf, dass man hier ausschließlich Rezepte mit Gemüse bzw. Grünzeug findet, sondern es geht hier eher um Nachhaltigkeit, umweltgerechtes Einkaufen, die Verwendung von biologisch angebauten, möglichst regional hergestellten Lebensmitteln und die Wahl einer energiesparenden Zubereitungsart.
Schon der richtige Einkauf ist wichtig für die "grüne Küche". Gleich zu Beginn enthält das Buch eine umfangreiche Übersicht, wie man zur rechten Zeit gute Ware bekommt, über den Vorteil, sich bei der Wahl der Zutaten nach der Saison zu richten und die Möglichkeiten, günstig an gute, biologisch angebaute Lebensmittel zu kommen. Es wird ausgiebig verglichen, welche Transportwege zu bevorzugen sind, welche Ware besonders klimaneutral in der Herstellung ist und welche Verpackungsart man begünstigen sollte. Die Autorin kann hier mit vielen Tipps aufwarten.
Anschließend werden viele Lebensmittel ausführlich betrachtet. Was ist besonders gesund, welche Speisen sollte man lieber meiden, was kann ich selbst konservieren oder herstellen?
Auch die richtigen Küchengeräte sind wichtig, wenn es darum geht, möglichst umwelt- und vitaminschonend zu garen oder zuzubereiten. Schon vorab hilft die richtige Planung, unnötige Reste zu vermeiden. Diese umfangreiche Einführung in die Welt der umweltgerechten Küche ist interessant und sehr informativ, und beim aufmerksamen Lesen wird man sicher so einige Ratschläge für sich selbst herausfinden und anwenden können.



Dann geht es zu den Rezepten. Der Rezeptteil ist in vier große Abschnitte eingeteilt, und man findet hier für Frühling, Sommer, Herbst und Winter immer die passenden Gerichte. Ich habe in den vergangenen Wochen bisher ausschließlich Rezepte aus den Kapiteln Herbst und Winter nachgekocht. 
Ausprobiert habe ich zum Beispiel das Linsen-Spinat-Ragout zu Nudeln. Hier hat alles bestens geklappt, das Gericht war sehr wohlschmeckend, und die ganze Familie war zufrieden. 

Weiterhin habe ich Kürbisgnocci gemacht, dazu eine Champignonsoße, und auch hier waren alle begeistert von dem leckeren Gericht. Die Gnocci haben sich ganz unkompliziert zubereiten lassen, und durch die Zugabe von Kürbisfleisch schmecken sie nicht nur toll, sondern sie erhalten auch eine appetitlich gelb-orange Farbe.

Ein weiteres Rezept, die Rahmkartoffeln, waren auch gut, allerdings musste ich die angegebene Garzeit etwas verlängern. Ich habe die Kartoffeln in der sahnigen Soße mit Spiegelei und gebackenen Bohnen serviert. Dies ist auf jeden Fall ein Gericht für Kartoffelfans.

Der Ofenkürbis hat mich auf dem Foto so angelacht, dass ich ihn unbedingt probieren wollte. Hierfür wird ein kleiner Kürbis ausgehöhlt und mit Ofenkäse gefüllt. Laut Rezept wird der vorbereitete Kürbis erst 15 Minuten vorgegart und dann noch weitere 15 Minuten mit dem Käse gebacken. Von dem Ergebnis waren wir alle enttäuscht, obwohl es sehr gut ausgesehen hat, als es aus dem Ofen kam. Leider ist der Kürbis nicht richtig weich geworden, obwohl ich mich korrekt an die Beschreibung der Zubereitung gehalten habe. Sogar nach einer Zugabe von weiteren 10 Minuten Garzeit war das Kürbisfleisch noch hart. Von der Kombination Käse und Kürbis waren wir in diesem Fall auch nicht so begeistert. Aber das ist halt letztendlich Geschmacksache. 
Mein Fazit:
Insgesamt kann ich das grüne Kochbuch empfehlen, schon weil es einen Fundus an Wissen und Fakten zum Thema Ernährung und Zubereitung liefert. Die im Buch enthaltenen Fotos sind alle brillant und machen Lust darauf, die Rezepte nachzukochen.
Bei den Rezepten zu einigen Gerichten wäre meiner Meinung noch Nachbesserungsbedarf, denn nicht nur ich hatte manchmal Probleme mit den angegebenen Garzeiten. 
Ich habe das Kochbuch als E-Book, und hier gibt es ein spezifisches Problem. Die Rezepte sind oft merkwürdig zerstückelt, so dass man auf einer Seite das Bild und noch die Überschrift sehen kann, das Rezept selbst erst beim Weiterblättern findet und dazwischen immer viel leere Flächen hat, was das ganze etwas unübersichtlich macht. Auch habe ich ein alphabetisches Register vermisst. Ich denke, hier ist auf jeden Fall das gebundene Buch die bessere Wahl, obwohl auch da noch die eine oder andere Korrekturmaßnahme wünschenswert wäre. Die sechs Euro zusätzlich lohnen sich aber auf jeden Fall, denn es ist viel praktischer und schöner, wenn man alles auf einer Seite findet oder schnell ein wenig blättern kann. Letzteres ist beim E-Book auch nicht so günstig gelöst, denn die Seiten laden recht schwerfällig.
Ich werde das Kochbuch auf jeden Fall weiter nutzen und demnächst die Frühlings- und Sommerküche in Angriff nehmen.  Es gibt noch vieles zu entdecken und zu kosten, und ich freue mich schon darauf.

Ich habe Dagmar von Cramm's neues Kochbuch im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks kennenlernen dürfen. Über den angegebenen Link könnt ihr nicht nur die Meinungen und Erfahrungen der anderen Leserunden-Teilnehmer nachlesen, sondern es sind dort auch einige Rezepte aus dem Buch veröffentlicht, so dass man ein wenig ausprobieren kann, bevor man sich für das Buch entscheidet.


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