Sonntag, 28. Oktober 2012

Lavendelernte

Der Winter ist gestern angebrochen. Zwischen den beiden folgenden Bildern liegen gerade mal sechs Tage! Sonntag vor einer Woche saßen wir noch im Biergarten am See bei uns in der Nähe, bei strahlendem Sonnenschein. Man konnte es sogar noch kurzärmelig bzw. ohne Jacke aushalten.
 Und so sah es dann gestern Vormittag bei uns aus, wenn ich aus dem Fenster geschaut habe. 

Glücklicherweise habe ich Mitte der letzten Woche meinen Balkon schon winterfest gemacht. Ich hatte ja heuer das Glück, dass sich in meinen beiden großen Balkonkästen jede Menge Lavendel selbst ausgesät hatte. Die jungen Pflanzen haben den ganzen Sommer über geblüht, sogar jetzt, Ende Oktober kamen immer noch neue Blüten. Da schon schlechtes Wetter gemeldet war, habe ich glücklicherweise rechtzeitig alle Blüten abgeschnitten und konnte sie nun noch für den Vorrat verarbeiten. Einen Teil habe ich getrocknet, für Tee und zum Würzen, auch Lavendelsirup habe ich nochmal gemacht.
Und den Rest habe ich nun für Hydrolat genutzt. Zwar ist das Aroma jetzt im Oktober nicht mehr so stark wie bei der Sommerernte, aber ich habe trotzdem noch ein relativ kräftiges Hydrolat zustande gebracht. 

Und so mache ich es immer:
Ich habe vor Jahren auf einem Blog von dieser Methode gelesen und mache seitdem verschiedene  Pflanzenwässer immer gerne selbst. Man benötigt dafür einen großen Topf, in den ein gelochter Einsatz passt. Das kann ein Nudeltopf sein, aber es funktioniert auch mit einem großen Kochtopf mit Dämpfeinsatz oder mit einem Schnellkochtopf mit dem gelochten Einsatz. Außerdem braucht man eine Schüssel mit rundem Boden, die genau auf den oberen Rand des Topfes passen muss, es sollte dicht abschließen. Da meine runde Edelstahlschüssel genau auf den Spaghettitopf passt, nutze ich immer diese Kombination.
Unten in den Topf, bis zum unteren Rand des gelochten Einsatzes, kommt Wasser. In den Einsatz gibt man den Lavendel, in die Mitte wird eine kleinere Schüssel gestellt. Die ist dafür gedacht, dass das fertige Hydrolat darin aufgefangen wird.
 Man sollte schon eine größere Menge Eiswürfel vorbereitet haben, die in die halbrunde Schüssel gefüllt werden.

 Das Ganze mit dem Topfdeckel verschließen und den Herd auf höchste Stufe stellen. Das Wasser unten im Topf erhitzt sich, und der Dampf steigt auf. Dabei dringt er durch den Lavendel und setzt sich am Boden der Schüssel ab. Da diese mit Eis gefüllt ist, verwandelt sich der Dampf am Schüsselboden wieder in Wasser, und durch den runden Boden läuft es bis zur Mitte und tropft dann in die kleine Schüssel. Ich lasse das Wasser kochen, bis das Eis komplett geschmolzen ist. Dann schalte ich den Herd ab und lasse das Hydrolat abkühlen.

Anschließend wird es mit etwas Weingeist (oder Wodka) konserviert und in kleine Fläschchen abgefüllt. Ich nutze dieses Lavendelwasser gerne zur Cremeherstellung oder auch als erfrischendes Gesichtswasser.
Übrigens, wem diese "Konstruktion" zu aufwändig ist - ich habe auch schon gehört, dass manche ihr Hydrolat mit Hilfe eines Espressokochers produzieren. Das Prinzip ist ja eigentlich das gleiche, nur dass man eben statt Espressopulver in diesem Fall dann Lavendelblüten in den Einsatz gibt.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Maschenglück - Angelika Wolk-Gerche


Gehäkelter Lolli und Thementäschchen

Schon beim ersten Durchblättern von "Maschenglück" war ich hingerissen.
Ob gehäkelt oder gestrickt, in diesem Buch findet man vielerlei Anregungen ganz unterschiedlicher Art und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.
Gleich vorne im Buch wird das Basiswissen gezeigt, das man benötigt, um die zahlreichen Modelle nacharbeiten zu können. Es werden die Grundtechniken des Strickens und Häkelns ausführlich erklärt und auch die verwendeten Stickstiche besprochen.

Dann geht es auch schon zum übersichtlich gegliederten Hauptteil. Die Auswahl der gezeigten Modelle ist sehr gelungen, denn es gibt sowohl klassische Dinge, aber auch jede Menge an ausgefallenen Ideen.  Man findet unter dem Thema „Originelles für (fast) jeden Tag vielerlei schöne und einfallsreiche Accessoires, wie beispielsweise eine gestrickte Banane als Schlüsselanhänger, originelle Vasen mit Rollkragen, eingehäkelte Seife und gestrickte Handyhüllen, sogar ein komplett gehäkeltes Frühstücks-Set. Besonders gut gefallen mir auch die Thementäschchen, die ein Fenster für ein ausgewähltes Foto haben und mit passenden Details verziert werden können. Ein Täschchen mit einem Rosenbild ist beispielsweise mit Blättern in verschiedenen Grüntönen und einer kleinen gehäkelten Rose am Reißverschluss geschmückt. Die vorgestellten Modelle sind nur Anregungen. Je nachdem, was für ein Bild man verwenden möchte, kann man hier der Phantasie freien Lauf lassen und richtige kleine Kunstwerke gestalten.
Das nächste Kapitel enthält Anregungen im Landhausstil, für wunderschöne Kissen, Lampenschirme, eine Buchhülle mit passendem Lesezeichen, Wärmer für Teeglas und Teekanne und vieles mehr. Auch kuschelige Mode-Accessoires für den Winter werden gezeigt. Man kann ein luftig-leichtes und zugleich wärmendes Mohair-Dreieckstuch nacharbeiten oder sich an dem allerliebsten Schäfchenmuff versuchen.
Sogar einen Abschnitt für gehäkelten Schmuck (Stulpen, Ketten und vieles mehr) gibt es im Buch.
Danach geht es zu den Kindersachen: Ein kleines Püppchen mit Himmelbett, eine gehäkelte Rassel, sogar eine große Puppe findet man hier, alles ganz genau erklärt, so dass man es leicht und sicher nacharbeiten kann. Besonders beeindruckt haben mich die Ideen für einen gehäkelten Piratenhut, eine Krone und sogar für einen Wikingerhelm, mit Hörnern versehen.
Ein weiteres Kapitel zeigt lauter kleine Dinge für den Kaufladen. Da gibt es gehäkelte Früchte und Pilze in großer Vielfalt, dazu auch Brezeln, Muffins und Tortenteilchen, sogar eine Espressotasse (mit „Inhalt“) für die gemütliche Puppen-Kaffeestunde. Für einige der Törtchen und bei den Brezeln kommt die gute alte Strickliesl zum Einsatz.
Ein sehr aktuelles Thema wird ebenfalls behandelt, das sind die niedlichen Amigurumis. Gehäkelte Bärchen, Küken oder Schildkröten machen richtig Lust aufs Handarbeiten.
Die gezeigten Modelle sind nur als Beispiele gedacht. Die Vorschläge für Materialien sind dabei nicht bindend, und einige Kleinigkeiten eignen sich bestens dazu, Wollreste aufzubrauchen. Jeder, der gerne strickt oder häkelt, kann sicher ein Lied davon singen, dass sich mit der Zeit ein wahrer Fundus an größeren und kleineren Garnresten ansammelt. Viele der Modelle im Buch lassen sich damit noch wunderbar umsetzen, und so wird die Restekiste erleichtert. Diese kleinen Dinge sind auch ideal zum Mitnehmen, wenn einen unterwegs die Handarbeitslust überkommt. Vieles, was so entsteht, ist auch prima als Geschenk geeignet, denn gerade in der Vorweihnachtszeit macht es doch besonders großen Spaß, sich Gedanken zu machen, womit man seinen Lieben eine Freude bereiten könnte. Wobei natürlich das Buch selbst auch schon eine tolle Geschenkidee ist, mit der man sicher jeden Strick- oder Häkelfan begeistern wird.

Wie schon der Titel sagt, kann dieses Buch wirklich zu vielerlei Glücksmomenten verhelfen.
Sei es beim Stöbern im eigenen Wollbestand, im Restekorb oder im Lieblings-Handarbeitsladen, sei es beim Planen eines Strick-Projektes oder auch schon einfach beim Anschauen dieses Buches und nicht zuletzt bei den Beschenkten, denn es ist immer etwas Besonderes, eine liebevoll gemachte und einzigartige Handarbeit zu erhalten.

Nach Durchsicht meiner Garnvorräte habe ich bisher drei der Vorschläge nachgearbeitet. Mein Handy hat eine neue Hülle bekommen, zwei kleine Brezeln (mit Salzkrümeln) sind entstanden, und eine Seife habe ich umhäkelt. Diesen kleinen Werken werden ganz sicher noch viele weitere folgen. 

Das sind meine bisherigen Ergebnisse:

Für den Kaufladen: Brezeln mit "Salzkörnern"

Eingehäkelte Seife

Ein neues Handytäschchen
Auf der Verlags-Website gibt es noch viele weitere Fotos aus dem Buch und eine ausführliche Anleitung zu  den Thementäschchen.

Herzlichen Dank für dieses wunderbare Rezensionsexemplar an den Verlag Freies Geistesleben.